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Die Krümmung der Zeit-Achse in Entenhausen
geschrieben von: Grünschnabel ()
Datum: 25. Juli 2003 13:00

Ich zerbreche mir gerade über folgendes Problem den Kopf:

Einerseits spielen Duck-Stories (solange es sich nicht um Zeitreisen-Abenteuer oder Rückblicke auf wesensähnliche Vorfahren handelt) grundsätzlich in der jeweiligen Gegenwart, d. h. wichtige Neuerungen unseres Welt werden auch in die Entenhausen-Welt übernommen; andererseits gibt es insbesondere bei Dagobert einen festgeschrieben biographischen Hintergrund , der um seine Goldsucher-Jugendzeit im (den Zeichnungen nachsmiling smiley ausgehenden 19.ten Jahrhundert kreist.

Vielleicht denke ich da ja zu undialektisch, aber mir scheint, da ergibt sich spätestens heute ein Problem: Mit der Einführung von Handies und Internet in Entenhausen, wird man andauernd darauf gestoßen, daß die Stories nicht "irgendwie" in einer nicht näher definierten "Gegenwart", sondern ganz konkret nach 1993/94 - und kein Jahr früher - spielen. Das heißt, Onkel dagobert müßte (bedenkt man seine Klondike-Zeit!) so um die 120 Jahre alt sein, Donald auf jeden Fall längst in Rente (wenn er Versicherungsansprüche geltend machen könnte) und Tick, Trick und Track müßten mitten in der Midlife-Crisis stecken.

Vor 1993/94 hat sich sich diese Frage nie so aufgedrängt, denn bis dahin unterschied sich unsere jeweilige Gegenwart (sagen wir 1992, 1982 oder 1972) doch nicht sooo sehr von der Gegenwart der 50er Jahre, von denen aus gerechnet das mit der Klondike-Zeit ja so ungefähr hinkam. Die Grund-Ausstattung war doch stets die Gleiche: Autos, Fernseher, Telefon ect. D. h. bei dem Stickwort "Gegenwart" stolperte man noch nicht über die Frage: Sind damit jetzt die 50er oder die 80er gemeint. Alles nach, sagen wir, 1955 verschwomm zu einer nicht näher ausdifferenzierten "Gegenwart". Mal ein Skatebord, mal ein Walkman, das brachte einen noch nicht sooo ins Grübeln, aber der Gebrauch von Handy und Internet, das ist bisweilen handlungsentscheidend und dabei ganz eng auf die letzten jahre eingrenzbar und wirft daher besagte Frage auf.

Ich denke für dieses Paradoxon aus festgeschriebener Klondike-Zeit und fortlaufender Gegenwart sind folgende Erklärungsansatze zu diskutieren:

a) Die Bewohner von Entenhausen altern (von uns aus gesehen) wesentlich langsamer (vielleicht sogar gar nicht!), verweilen viel länger in einem bestimmten Lebensalter. - Die einfachste Erklärung.

b) In Entenhausen läuft der technische Fortschritt viel schneller, der Weg von der Dampfmaschine zum Internet wird innerhalb eines Menschen- bzw. Entenalters zurückgelegt (siehe Dagoberts Biographie). - Hierzu passt aber nicht wir von unseren 1960ern bis heute fortlaufend Comic-Berichte aus Entenhausen erhielten, denenzufolge sich die Welt dort ziemlich parallel zu unserer entwickelte (also genauso langsam) ohne daß die Ducks erkennbar alterten. Wir müßten bei Erklärung b) dann also zusätzlich annehmen, daß die Comics in unserer Welt NICHT ZEITGLEICH zu den Ereignissen in Entenhausen veröffentlicht wurden, daß vielmehr die Comics von 1965 bis 1985 nur sagen wir 5 oder 10 Jahre aus der sich technsich viel schneller entwickelnden Entenhausen-Welt wiedergeben. Das aber heißt: Entenhausen versorgte uns also noch mit Comics aus der dortigen Festnetz-Telefon-Ära, als dort schon längst alle handies hatten. Vielleicht sind die Ducks ja in Wirklichkeit schon längst tot?

c) Man darf die Entenhausen-Zeit und unsere Zeit gar nicht "klassisch" als parallele Zeitstrahlen auffassen, sondern sollte eher von der (post-)modernen Physik ausgehen. Vielleicht so: Dadurch, daß die Entenhausen-Welt über die Duck-Comics mit unserer Welt interagiert, wird für die Ducks die Zeitachse gekrümmt: Sie durchschreiten mit uns im gleichen Tempo eine gemeinsame Gegenwart, doch mit jedem Schritt, den sie dabei tun, wird der hinter ihnen liegende Abschnitt ihres Lebens-Zeit-Strahls gewissermaßen zusammengepresst, und zwar so, daß die Ducks auf ihrem Lebens-Zeit-Strahl - seitdem sie zu Barks Zeiten das erste Mal mit uns interagiert hatten - gar nicht dichter ans Ende herankommen, also nicht älter werden. D.h. Dagoberts Klondike-Zeit hat es weiterhin wirklich gegeben, aber im Rückblick ist sie viel kürzer gewesen, viel schneller abgelaufen, als er sie damals wahrgenommen hat.

Was meint Ihr?

[Ergänzung zu c): Umgekehrt müsste dann das gleiche gelten: Tick, Trick und Track kaufen vielleicht regelmäßig Comics, in denen Carl Barks immer noch als Mann in den besten Jahren aufrtitt, mittlerweile aber Internet hat.]

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Zukunftsmusik? - Kein Problem.
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 25. Juli 2003 23:12

Jungchen, für die meisten Old-School-Donaldisten (zu denen ich nicht unbedingt gehöre) stellt sich dieses Problem überhaupt nicht, weil sie ohnehin nur Barks-Geschichten als wahre Berichte ansehen und alles anderes als Fiktion oder Fälschung.

Wenn man dagegen gemäß der boemundistischen Lehre tatsächlich ALLEN Geschichten den grundsätzlich gleichen Wert als Quelle zubilligt, stellt sich das Zeit- und Technikproblem, über das ich mir in manchen stillen Stunden auch schon den Kopf zerbrochen habe, in der Tat. Es treten dann auch noch ganz andere Zeitprobleme auf: wieso nämlich die Ducks zum Beispiel hunderte von Malen Weihnachten feiern. *lol*

Für mich war es damals als Kind in den 80ern übrigens durchaus schon ein Problem, daß Dagobert dauernd davon erzählt hat, daß er beim Klondike-Goldrausch mitgemacht hat, da ich natürlich auch einfach unbedarft annahm, die Geschichten spielten "jetzt". Dagobert hätte also, für seine Teilnahme am Goldrausch ein SEHR junges Alter (um die achtzehn herum) angesetzt, etwas über hundert Jahre alt sein müssen, was GERADE noch so hinging.

Seit den 90ern halt' ich's mit Rosa (obwohl ich unabhängig und von allein darauf gekommen war) und nehme an, daß die Geschichten etwas vage "in den 50ern" spielen. Bei einigen von mir geschätzten sehr guten Zeichnern (ich lass' auch nicht ALLES gelten) tauchen Mobiltelefone und Computer auf. Das bereitet mir aber kein Kopfzerbrechen, da in Entenhausen, wie Du ja an einer Stelle andeutest, der technische Fortschritt schon sehr viel weiter fortgeschritten ist. Ich will damit jetzt nicht Stellung zu Raum-Zeit-Krümmungs-Theorien beziehen - das überlass' ich Doc Brown -, sondern meine damit ganz simpel, daß die Entenhausener schon IN ihrem 50er-Jahre-Idyll über zahlreiche technische Gerätschaften verfügen, von denen wir selbst in unserem neuen Jahrtausend nur träumen können. Ich verweise auf die Asteroiden-Geschichte von Barks, wo wir einen Einblick in den futuristischen Stadtteil Entenhausens erhalten; ich verweise weiterhin auf die zahlreichen Raumschiffe, Roboter und sonstigen technischen Spielereien, die in den Geschichten oft auftauchen; ich verweise weiter auf diese Düsentrieb-Kurzgeschichte, wo die Entenhausener Stadtväter in einem Anfall von Fortschrittswahn GANZ Entenhausen abreißen und durch eine sogenannte "Monsterstadt" ersetzen (gut, die Geschichte ist von Barks nur gezeichnet, wenn ich mich recht erinnere). Wenn also Mobiltelefone und Computer auftauchen, ist das nicht weiter schlimm. Entenhausen ist für mich ein 50er-Jahre-Idyll mit Rechnern, Robotern und Raketen - irgendwie apart.



Beitrag geändert (25.07.03 23:12)

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Kleiner Nachtrag
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 26. Juli 2003 19:45

In der neuesten Ausgabe von Uncle-$crooge aus Amerika (Augustheft) ist eine hübsche Branca-Geschichte, wo Computer und Technik eine nicht unbedeutende Rolle spielen.

Witzig ist, als Donald in der üblichen Rolle als seines Oheims Knecht einige Listen in den Computer tippen soll, Dagobert aber am Ende dann nur leere Seiten in den Händen hält:
Dagobert: "Blank... blank... nothing but blank pages!"
Donald: "I don't understand! I pressed 'Del' - that's 'Deliver'!"
Dagobert: "You ninny! Even I know that 'Del' means "Delite'!"

Hehe, da schmunzelt man als Computerdepp.

Als Donald zu wissen begehrt, ob dieses kleine Mißgeschick Auswirkungen auf seinen Weihnachtszuschlag habe, platzt Dagobert der Kragen und er drückt seinen "Delete"-Knopf: den Knopf, woraufhin sich die Falltür vor seinem Schreibtisch öffnet, die Donald unsanft ins Freie transportiert.

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Re: Die Krümmung der Zeit-Achse in Entenhausen
geschrieben von: Rudi der Klempner ()
Datum: 29. Juli 2003 10:37

Interessantes Thema...

Ich halte gerade MM 12 / 1971 in Händen - auf der ersten Seite sieht man Dagobert, Donald und die Kleinen frierend durch ein offenbar weit im Norden liegendes Städtchen gehen. Zitat Dagobert: "Man sollte meinen, es interessiert euch, die Stätte kennenzulernen, wo ich beim Goldrausch Anno 98 den Grundstock zu meinem Vermögen..." usw. Zwischen 1898 und 1971 liegen 73 Jahre. Gehen wir mal davon aus, dass Dagobert am Klondyke zwischen 15 und 20 war, dann war er 1971 um die 90 - das war für damals gerade noch am äussersten Rande vertretbar.

Meistens allerdings fehlen konkrete Jahgresangaben, und das ist wohl psycholgisch entscheidend. Es gehört nicht zum Allgemeinwissen, wann der Goldrausch am Klondyke stattgefunden hat, und es gab ja eh mehrere davon (in Kalifornien ging goldmässig schon 1848 der Punk ab). Was macht der Durchschnittsteenie? Wenn er überhaupt darüber nachdenkt, wird er in seiner Phantasie Dagoberts Goldgräberzeit vielleicht in die 40er oder 50er Jahre versetzen. Wer macht sich schon die Mühe, so etwas nachzuschlagen? Manchmal wird auch der Zeitraum angegeben, wie lange Dagoberts Erlebnis, das für die jeweilige Geschichte relevant ist, zurück liegt, etwa "vor 50 Jahren" oder so - das ist natürlich wunderbar elastisch auslegbar...

Das könnte eine Erkärung für den langlebigen Erfolg der Geschichten sein, jenseits von allen Unglaubwürdigkeiten, die Grünschnabel wunderbar heraus gefiltert hat.

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Nanu?
Datum: 29. Juli 2003 11:16

Ihr dürft nicht immer alles glauben, was ihr lest winking smiley
Das Zeitproblem stellt sich doch nicht wirklich. Wenn eine Geschichte 1942 veröffentlicht wird und eine andere 2002, dann glaube ich nicht wirklich, daß in der Zwischenzeit für die Akteure 60 Jahre vergangen sind. Was wir zu lesen bekommen, das sind alles Episoden aus dem Leben der Ducks. Die Neffen sind ja seit ihrem ersten Auftritt auch nicht wirklich gealtert.
Um eine Geschichte zu lesen, benötige ich zwischen 5 und 20 Minuten, je nachdem, wie lang die Story ist und wieviel Zeit ich mir persönlich nehme. Die ganze Handlung paßt aber in den seltensten Fällen in diesen Zeitrahmen, manchmal vergehen Tage oder Wochen. In den USA nennt man das "Suspension of Disbelief", heutzutage muß es ja englisch sein.
Ich glaube, es haben sich schon einige Donaldisten damit beschäftigt, das Alter der Neffen anhand der von ihnen gefeierten Weihnachtsfeste zu ermitteln, es ist aber nicht wirklich gelungen.
Für mich sind das alles Berichte aus den 50ern, bestenfalls aus den beginnenden 60ern. Die Ducks sind damals routinemäßig bereits zum Mond und zu weiter entfernten Planeten geflogen, Postzustellung zum Mars oder zur Venus war nichts besonderes, sie haben auch eine Zukunftsstadt (oder besser Monsterstadt) gebaut, warum sollten sie in den 50ern nicht auch schon Handys, Computer und was weiß ich alles entwickelt haben? Wir sind auch erst viel später ins Weltall gekommen, unsere Roboter sind auch nicht so weit wie die Entenhausener, darüber macht sich auch keiner Gedanken.
Langer Rede wenig Sinn: Was wir lesen, sind keine Live-Reportagen sondern Aufzeichnungen (die ja auch bisweilen wiederholt werden), also stellt sich doch das Problem gar nicht.



Duck auf
Alex

Ich bin ein Ukrainer (sehr frei nach John F. Kennedy)

Ungläubiger
Kenntnisnehmer
Russischer
Aggressionen
In
Nahegelegenen
Europäischen
Regionen

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Zeit
geschrieben von: Gnihilo ()
Datum: 29. Juli 2003 19:36

Ich stimme Alex voll zu - auch ich bin der Auffassung, dass es sich um Aufzeichnungen handelt. Dies beweist sich schon alleine durch die ewigen Wiederholungen einzelner Comics über die letzten Jahrzehnte hinweg (es sei denn, dass sich einige Geschichten in Entenhausen immer wieder wiederholen - so wie in dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier").

Sehr anschaulich befasst hat sich zum Thema Zeit in Comics übrigens Scott McCloud in seinem Buch "Comics richtig lesen" - sehr zu empfehlen.

Duck auf,
Christian


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Re: Nanu?
geschrieben von: DasLeuchtkamel ()
Datum: 30. Juli 2003 00:10

Woher wissen wir eigentlich ,daß die Ducks Weihnachten feiern? Ist Entenhausen überhaupt christlich geprägt?.Immerhin wäre es doch möglich ,daß Entenhausener ein ganz anderes Fest feiern ,das zudem mehrmals im Winter stattfindet. Die Tatsache daß dieses Fest unserem Weihnachtsfest ähnelt hat uns vielleicht vorschnell zu dem Schluß geführt ,daß auch in Entenhausen UNSER Weihnachten gefeiert wird.
Im übrigen ist der einzige mögliche Verweis auf eine christliche Prägung Entenhausens das Münster. Aber IST das Münster tatsächlich eines?
Fragen über Fragen ,da ist noch einiges zu forschen

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Christentum in Entenhausen?
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 30. Juli 2003 00:26

DasLeuchtkamel hat geschrieben:

> Im übrigen ist der einzige mögliche Verweis auf eine
> christliche Prägung Entenhausens das Münster. Aber IST das
> Münster tatsächlich eines?

Hab' jetzt keinen Bock, die Quellen zu überprüfen (gähn!), aber soweit ich weiß, werden doch auch in "Spendieren oder Schikanieren" eine Kirche und ein Friedhof mit christlicher Symbolik (Kreuz) gezeigt, oder? Und hat nicht Oma Duck einmal ihre ihre Konfirmation oder Kommunion oder irgend etwas in der Richtung erwähnt? Auch die von den Entenhausenern als Ausruf oder anschauliches Bild in der Alltagssprache gern gebrauchten religiösen Begriffe wie "Gott" ("Gott, Donald, auch Streichhölzer kosten Geld!"; "Gottlob, daß Onkel Donald so vernünftig ist!" usw.), "Herr" ("Herr Du meine Güte!"), "Teufel", "Himmel" und "Hölle" (Fällt mir für alle drei kein unmittelbarer Beleg ein, gibt es aber bestimmt) deuten zumindest auf eine christlich-kulturelle Prägung Entenhausens hin, wenngleich nicht unbedingt auf ein gelebtes Christentum in der modernen Entenhausener Gesellschaft.



Beitrag geändert (30.07.03 00:28)

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Spezielle Temporaltheorie
geschrieben von: Opu Nui ()
Datum: 30. Juli 2003 17:27

Dank der Ramsch-Aktion unseres Geizhalses bin ich seit einiger Zeit in Besitz einer umfangreichen Sammlung älterer Ausgaben des "Der Donaldist".
Irgendwo in dem Haufen musste ein Heft mit einem Beitrag zu dem Thema sein, aber welche Nummer, welcher Autor, wie war der Titel?
Also hineingegriffen, ein beliebiges Heft herausgezogen und blind aufgeschlagen: Das ungläubige Auge fällt auf die Arbeit von Gary Gearloose "Spezielle Temporaltheorie" (DD Nr. 59, S. 4 ff)
Das kann kein Zufall sein, besonders unmittelbar nach Lektüre zweier Gustav Gans-Beiträge im neuen DD! Ich werde weitere Experimente durchführen. Aber ich schweife ab, kommen wir zum Thema des Threads zurück:

Gearloose fasst seine Theorie in 5 Hauptsätzen zusammen, die ich hier (leicht vereinfacht und gekürzt) zitieren möchte:
1. Hauptsatz der Speziellen Temporaltheorie:
Das Donaldische RZK (Raum-Zeit-Kontinuum, Anm.) ist mit dem Einstein'schen nicht identisch
2. Hauptsatz:
Die Zeitlinie des Donaldischen RZK verläuft relativ zu der des Einstein'schen RZK in entgegengesetzter Richtung
3. Hauptsatz:
Die fünfdimensionalen Weltlinien beider RZK sind parabelförmig und zueinander symmetrisch;
Jedem Punkt (...) auf der (einen) entspricht ein Punkt auf (der anderen) Weltlinie
4. Hauptsatz:
... Solange (die Steigung der Weltlinie) kleiner als 1 ist, besteht Informationskontakt zwischen dem Donaldischen und dem Einstein'schen RZK; die Streuverluste sind direkt proportional (zur Steigung)
5. Hauptsatz:
Solange (die Steigung) größer als der Funktionswert der Weltlinie ist, bestehen störende Interferenzen zwischen (beiden RZK); (...)

Das sollte alle Fragen beantworten.
(So, jetzt noch schnell Lotto am Mittwoch abgeben)


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Christliche Indizien
geschrieben von: Das Schwarze Phantom ()
Datum: 30. Juli 2003 19:27

Es gibt im Entenhausener Kosmos diverse Indizien, die auf das Christentum hindeuten:

- Sowohl Oma Duck (TGDD 22, S. 54) als auch Daisy Duck (MM 25/78, S. 4) sprechen von ihrer Konfirmation

- Tick, Trick und Track feiern nicht nur Geburtstag, sondern auch Namenstag (LT 120, S. 6)

- "Steht doch schon in der Bibel!" (MM 36/86, S. 27) meint Donald zum Stichwort "Hilfsbereitschaft"

- In einer Weihnachtsgeschichte (MM 51/59, S. 7) ist ausdrücklich von der "biblischen Geschichte", dem "Stern von Bethlehem" etc. die Rede

- Einmal bezeichnet sich Goofy als "ehrlicher Christenmensch" (MM 12/52, S.2)

- In DDT 173, S. 26 tituliert Donald seine Neffen als "ungläubige Thomasse"

- "Wer ist der Judas unter euch?" will Dagobert in LT 20, S. 177 wissen

- "Freitag ist Fasttag." stellt Dagobert in DDT 106, S. 20 fest

- In DDT 310, S. 25 bezeichnen Tick, Trick und Track den Buß- und Bettag [in Entenhausen] ausdrücklich als Feiertag

- "Ich hoffe, du sorgst bald wieder für Sonne, Petrus!" fleht Oma Duck in DDT 186, S. 91

- Ein Panzerknacker beschwört den "Schutzpatron der Knackis" (MM 49/88, S. 40)

- In Donalds Wohnung hängt ein Bild seiner Neffen mit Heiligenscheinen (DDT 59, S. 88)

- Dagobert hatte in seiner Jugend Bariton im Kirchenchor gesungen (LT 117, S. 174)



Beitrag geändert (03.08.03 22:02)

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Re: Christliche Indizien
geschrieben von: DasLeuchtkamel ()
Datum: 31. Juli 2003 07:53

Als Bannerträger der SED und damit natürlich auch überzeugter Barksist/Fuchsist kann ich diese "Indizien " nicht gelten lassen.
Allerding gibt es auch bei Barks ein sogenanntes "Osterfest".
Aber ist es das auch??????? Wir sehen Kinder die einander spielerisch buntbemalte Eier zuschieben. Ein Ritus, der das Unterschieben des Nachwuchses an "Onkel" und "Tanten" nachahmt ? Würde das nicht die Veronkelung in Entenhausen mit einem Schlag in ein völlig neues Licht stellen?Weihnachten wäre dann eventuell ein Ritus mit dem symbolisch Alimente verteilt werden?? Ich gebe zu ich bin hier auf sehr dünnem Eis , hoffe aber ,der Forschung dienliche Anstöße gegeben zu haben.

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Re: Nanu?
geschrieben von: Bernhard ()
Datum: 21. August 2003 21:48

Bürgermeister von Timbuktu hat geschrieben:

> Ich glaube, es haben sich schon einige Donaldisten damit
> beschäftigt, das Alter der Neffen anhand der von ihnen
> gefeierten Weihnachtsfeste zu ermitteln, es ist aber nicht
> wirklich gelungen.

Interessanterweise stellen die Neffen eine ähnliche Überlegung selbst einmal an, um das Alter ihres Onkels Donald abzuschätzen. Allerdings halten sie das Resultat für nicht den Tatsachen entsprechend und ziehen dann im Umkehrschluss Donalds Erzählungen in Zweifel.

Zitat: "Onkel Donald ist ein Angeber! Wenn er so viele Winter als Trapper gegangen wär, müsste er jetzt mindestens 60 sein. Ich hab mitgezählt." (in "Die tollen Trapper", WDC 36, veröffentlicht in Goofy-Magazin 3/80, TGDD 101, BL 2)


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[Zeit-]Achsen-Brüche?
geschrieben von: Das Schwarze Phantom ()
Datum: 08. September 2003 19:05

In der Entenhausener Zeitachse kommt es anscheinend immer wieder zu "Achsenbrüchen". Erfahrungen, die die Akteure in irgendeiner Geschichte machen, bleiben nicht in ihren Gehirnen gespeichert, sondern verflüchtigen sich auf unerklärliche Weise. Dies fiel mir in einem der neuesten MM-Hefte wieder mal auf: In der Geschichte "Ruhm ist vergänglich" (MM 31/03) landen Außerirdische in Donalds Garten. Donald reagiert zunächst panikartig und ruft dann sogleich die Presse. Zitat: "So eine Gelegenheit kommt nicht zweimal im Leben!" Der kurz darauf herbeigeeilte Reporter reagiert auffallend ungläubig auf die Schilderung von den ET's.

Wie kann es aber zu solchen Reaktionen kommen? In den letzten zwanzig Jahren hatten die Ducks sowohl in den Taschenbüchern als auch in den MM-Heften x-mal Kontakte zu Aliens, flogen zu fernen Planeten und erkundeten das Weltall. Man möchte doch meinen, daß der Kontakt zu Außerirdischen schon fast eine Selbstverständlichkeit für die Bewohner Entenhausens ist.


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Re: [Zeit-]Achsen-Brüche?
geschrieben von: paTrick ()
Datum: 08. September 2003 22:04

Das liegt m.E. daran, dass man sich außerhalb der Barksschen Berichte in einem nicht konsistenten Universum bewegt. Probleme dieser Art werden einem da noch häufiger begegnen. Die in sich geschlossene Barks - Welt hingegen bereitet dem forschenden Geist deutlich weniger Paradoxa dieser Art.

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Re: [Zeit-]Achsen-Brüche?
geschrieben von: Kasimir Kapuste ()
Datum: 09. September 2003 09:29

> Die in sich
> geschlossene Barks - Welt hingegen bereitet dem forschenden
> Geist deutlich weniger Paradoxa dieser Art.

Barksismus als Weg des geringsten Widerstandes? Mit dieser Begründung kann man ja gleich zum Neorosaismus konvertieren.


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Re: [Zeit-]Achsen-Brüche?
geschrieben von: paTrick ()
Datum: 09. September 2003 12:58

Kasimir Kapuste hat geschrieben:

> > Die in sich
> > geschlossene Barks - Welt hingegen bereitet dem
> forschenden
> > Geist deutlich weniger Paradoxa dieser Art.
>
> Barksismus als Weg des geringsten Widerstandes? Mit dieser
> Begründung kann man ja gleich zum Neorosaismus konvertieren.
>

paTrick antwortet:

Mit Nichten, Her Kapuste, mit Nichten!
Ich wollte einzig zum Ausdruck bringen, dass man bei Betrachtung der Werke verschiedener Autoren selbstverfreilich unterschiedliche Welten beschrieben bekommt, deren Erforschung sich schwierig bis unmöglich gestalten dürfte, wenn man sie alle in einen Topf wirft.
Zudem: Was ist denn eigentlich das Kriterium für die Erforschbarkeit von Entenhausener Geschichten? Der halbwüchsige Sohen einer meiner Bekannten hat jüngst eine Geschichte verfasst, in der Donald Duck das Marsupilami trifft. Welch ein Achsenbruch!!! Oder fehlt dieser Geschichte etwa der Authentizitästbeleg eines Verlagshauses?
Wo sind denn die vergleichenden Arbeiten, welche die inhaltlichen Unterschiede der einzelnen Zeichner darlegen? Hier wäre mal wieder die B.O.E.M.U.N.D. gefragt!
Was Euch Nichtbarksisten also fehlt, ist: Eine vernünftige Arbeitsgrundlage. Deshalb kommt ihr über das Schweißtropfenzählen auch nicht hinaus.

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Sorry B.O.E.M.U.N.D., aber...
Datum: 09. September 2003 14:26

Ist das nicht auch das große Problem der B.O.E.M.U.N.D.-Forschungsbeiträge? Zu gleich welcher Frage werden unzählige Quellen aufgetischt mit sich ständig widersprechenden Aussagen. Jüngstes Beispiel ist die Suche nach dem Namen des Sekretärs von Klaas Klever, die in einem anderen Thread diskutiert wurde. Er liefert uns eine Fülle an Antworten und führt damit sein "Forschungsmaterial" (in Ermangelung eines besseren Ausdrucks) ad absurdum.
Gleiches gilt ja auch für seine Forschungsarbeiten im Donaldisten, in dem dann immer wieder aus den verschiedensten Quellen Fakten präsentiert werden, die sich nicht vereinbaren lassen und damit aus der Forschungs- eine reine Fleißarbeit ohne wesentlichen Kenntnisgewinn werden lassen. Zwar durchaus interessant zu lesen, aber das ist für mich so wenig donaldistische Forschung wie Rosa Grundlage ist. Letztgenannter betreibt selber Forschung und veröffentlicht diese in Comicform oder er schreibt einfach nur seine eigenen Storys, die mich unterhalten, aber nicht mehr. Da kann man nicht drauf zurückgreifen, wenn man selber forschen will (sagt hier jemand, der noch nie in dieser Richtung tätig war).
Interessanterweise findet man bei der B.O.E.M.U.N.D. auch mehr Barks als Rosa bei seinen Forschungsbeiträgen winking smiley



Duck auf
Alex

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Barks'sche Achsbrüche
geschrieben von: Das Schwarze Phantom ()
Datum: 09. September 2003 22:41

Auch bei Barks stößt man auf diverse Ungereimtheiten. Ich erinnere an den Mond, der etwa im "Fortismiumbehälter" (TGDD 120) nur mit Schutzkleidung betreten werden kann, während man sich in "Wettrennen zum Mond" (TGDD 22) in irdischer Lässigkeit [ohne Schutzhelm!] auf dem Erdtrabanten bewegt.

Auch Dagobert Ducks Liquidität ist bei Barks ein undurchschaubares Terrain: Wenn der reichste Mann der Welt zuweilen keinen Zugriff auf sein Bargeld hat (Beispiele: "Weihnachten für Kummersdorf" (TGDD 3) oder "Kummer mit Kunststoff" (TGDD 14)), steht er vor dem Ruin. Doch auch bei Barks ist Dagobert ja von Beruf Bankier bzw. Großunternehmer - und müßte als solcher über ein laufendes Einkommen verfügen [bei anderen Zeichnern wie Bottaro liest man etwa von der "halbstündigen Zuwachsrate aus den Duck'schen Unternehmungen" - s. LT 16, S.141] und darüberhinaus natürlich auch über Bankkonten, sprich: Giralgeld. Doch nichts von alledem: Barks ignoriert den ökonomischen Background des knausrigen Tycoons kaltschnäuzig und läßt seine Geschichten somit auch ein bißchen weltfremd wirken.

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Re: Barks'sche Achsbrüche
Datum: 10. September 2003 17:05

Niemand hat behauptet, es gäbe bei Barks keine sich widersprechenden Geschehnisse, es sind nur wesentlich weniger als bei anderen. Vielleicht liegt das auch daran, daß er seine Geschichten selber geschrieben hat.
Haben sich nicht auch schon Forscher mit Bertels Vermögen befasst? Barks hat ja selber bereits erkannt, daß Dagobert das genaue Gegenteil eines Kapitalisten ist, weil er kein Geld ausgibt und somit den Wirtschaftskreislauf (gibt es dieses Wort überhaupt?) immer mehr seiner Grundlage beraubt und über kurz oder lang müßte die Wirtschaft auf Stella Anatium völlig zum Erliegen kommen.
Onkel Dagobert war ja bei seinen ersten Auftritten noch nicht der reiche Tycoon, zu dem er sich dann entwickelte, das war ja auch erst in Der Arme Reiche Mann der Fall.



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Dagobertismus
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 10. September 2003 18:18

Bürgermeister von Timbuktu hat geschrieben:

> Barks hat ja selber bereits erkannt, daß Dagobert das
> genaue Gegenteil eines Kapitalisten ist, weil er kein Geld
> ausgibt und somit den Wirtschaftskreislauf (gibt es dieses Wort
> überhaupt?) immer mehr seiner Grundlage beraubt und über kurz
> oder lang müßte die Wirtschaft auf Stella Anatium völlig zum
> Erliegen kommen.

Der Dagobertismus, wie man diese Erscheinung nennen kann, ist in der Tat eigentlich ein antikapitalistischer oder akapitalistischer Kapitalismus: ein Kapitalismus, der teilweise einfach alle Gesetze des modernen Wirtschaftslebens ignoriert und von anachronistischen Strukturen geprägt ist. Das Staunenswerte, um nicht zu sagen Unerhörte ist, daß er ganz gut zu funktionieren scheint und ein Zusammenbruch nicht in Sicht ist.
Dagoberts "Reichsein" ist ja eine merkwürdig altertümliche Erscheinung: ein Haufen Geld und Juwelen, das in Säcke gepackt an einem Ort gehortet wird. Dieser unmittelbare Riesenhaufen Geld, der in der Trutzburg liegt und gegen Angreifer und Räuber verteidigt werden muß. Dann der alte Knauser, der Schatzsuchen unternimmt.

Dagobert erinnert als Erscheinung wahrhaftig eher an Tyrannen in antiken Stadtstaaten als an Geschäftsleute, an Manager unseres Zeitalters. Er gebietet aber über ein modernes Wirtschaftsimperium. Moderne Industrien, Geschäftsstrukturen allenthalben, aber dennoch ist Reichtum in Entenhausen nur ganz direkt vorstellbar als Sack voller Geld oder Gold, auf dem man dann mit der Schrotflinte hockt, gewappnet gegen die, die es wegnehmen wollen. Erstaunlich ist, daß diese Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigem, die für den Dagobertismus charakteristisch ist, keine Schwierigkeiten zu verursachen scheint.

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