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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 20. März 2023 18:50

Aus den Haarereien über Fug und Unfug dieses Fadens halte ich mich zukünftig raus. Ich habe dazu von meiner Seite alles Nötige gesagt und werd's nicht wiederholen. Es wird weitere Sendefolgen zu Entenhausendingen geben. Wann? Weiß ich noch nicht. Wann Schluß ist? Weiß ich auch noch nicht. Wen's langweilt, der kann jederzeit für sich den Faden kappen und sich spannenderen Beschäftigungen widmen, zum Beispiel in den Keller gehen und die Glühbirne verprügeln. Das Leben bietet so viel. [comb.io]

Um aufs Ding zu kommen: Wenn man die Antworten liest, sieht man, wie er sich erst mal an den Begriffen und Wörtern entlanghangelt, die man ihm hinwirft, um seine Antwort rauszudrücken. Also fast wie nach der neuesten Lehre die Zaubersanduhr über Funk aus dem Gestein einen Diamantensee rauspreßt.

Was ich dufte finde an dem Blechwunderknaben, ist, wie schnell man mit ihm weiterkommt. Ich hab' nicht auf die Uhr geguckt, aber das Sanduhrrumgephilosophel hat vielleicht zweimal eine Dreiviertelstunde gedauert, länger war's nicht. Man stelle sich vor, ich hätte mit einer natürlichen Intelligenz, die über den gleichen Wissensstand verfügt und das gleiche Roboterdeutsch draufhat, diese Unterhaltung geführt, das hätte viel, viel länger gedauert. Ein Naturhirn muß vor einer Antwort auch erst mal nachdenken. Aber das Ding denkt nicht, sondern bastelt aus seiner Statistik eine für es selbst sinnlose Zeichenfolge zusammen – geht flotter!

Wenn die so weiterschrauben, kann der Kerl bald die Berichte lesen: [www.tagesschau.de]



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.03.23 19:26.

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Der Haarige Harry ()
Datum: 20. März 2023 23:50

"Was ich dufte finde" an diesem -und möglichen weiteren- Endlosfäden: die überschäumende Intelligenz mancher Beitragender -egal, ob künstlich oder duftend aufgeschäumt.
Was ich kaum erträglich finde: die doofen Tiraden, andersmeinenden Donaldisten ein 'Meckerer-Image' zu verpassen. - Trapattoni zur Ehr: isch 'abe fättich !
1000mal bearbeitet.

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 21. März 2023 04:06

Vor Jahren gab es hier mal einen Faden, in dem das Unsichtbarkeitsmittel im Duckenburghbericht gedreht und gewendet worden ist. Ich habe das Ding mal kurzerhand gefragt, wie so ein Mittel funzen könnte. Keine Ahnung, ob unter dem, was es mir auftischt, Erklärungen sind, die für unseren Bericht was taugen und seinerzeit nicht zur Sprache gekommen sind.

Das mit dem Hinüberbefördern in ein Paralleluniversum finde ich ganz reizend (auch wenn es als Wirkungsweise des Mittels im Duckenburghbericht wohl ausscheidet). Wenn der Oberkörper des mit dem Mittel besprühten Donald eine Zeitlang hier bei uns gewesen wäre, würde das erklären, warum irgendwelche Herren Disney und Iwerks von Donald schon wußten, als Barks noch in Minneapolis hockte und nackerte Weiber zeichnete.

* * *

Was könnten mögliche Wirkungsweisen eines Unsichtbarkeitsmittels sein? Es wird als ein "chemisches Mittel" beschrieben. Man besprüht damit einen Menschen oder Gegenstand, und er wird vollständig unsichtbar, sprich "durchsichtig". Bei einem Menschen werfen die Knochen aber noch einen Schatten. Du kannst auch Erklärungen liefern, bei denen es nur so scheint, als mache das Mittel unsichtbar, aber die Erklärung ist tatsächlich eine andere, etwa eine bestimmte Technologie, die den Zustand der "Unsichtbarkeit" vortäuscht. Bitte gib so viele denkbare Erklärungen wie möglich und auch ungewöhnliche und unerwartete, aber nur ernsthafte Erklärungen, bei denen man sich vorstellen kann, daß sie in einer Welt mit abweichenden physikalischen Gesetzen tatsächlich wirken könnten, keine Erklärungen "mit einem Augenzwinkern".

Es gibt verschiedene mögliche Erklärungen für die Wirkungsweise eines Unsichtbarkeitsmittels, von wissenschaftlich fundierten Ansätzen bis hin zu Science-Fiction-Konzepten. Hier sind einige der denkbaren Erklärungen:

1. Lichtbrechung: Das Unsichtbarkeitsmittel enthält Substanzen, die das Licht so brechen, dass es um den besprühten Gegenstand herumgeleitet wird, ohne auf ihn zu treffen. Auf diese Weise wird der Gegenstand unsichtbar.

2. Unsichtbarkeitsfeld: Das Unsichtbarkeitsmittel erzeugt ein unsichtbares Feld um den besprühten Gegenstand, das ihn vor dem menschlichen Auge verbirgt.

3. Metamaterialien: Metamaterialien sind Materialien mit besonderen Eigenschaften, die sie in der Lage sind, Licht um Gegenstände herumzulenken und somit den Gegenstand unsichtbar zu machen.

4. Nanotechnologie: Das Unsichtbarkeitsmittel enthält winzige Nanoroboter, die den besprühten Gegenstand umhüllen und so die Lichtreflexion umlenken, um ihn unsichtbar zu machen.

5. Tarnkappen-Technologie: Diese Technologie wird in der Luftfahrt verwendet, um Flugzeuge unsichtbar zu machen. Es ist denkbar, dass ein ähnliches Prinzip auf Gegenstände oder Menschen angewendet wird, um sie unsichtbar zu machen. Die Tarnkappen-Technologie basiert darauf, dass das Material auf der Oberfläche des Objekts so gestaltet ist, dass es elektromagnetische Wellen aufnimmt und absorbiert, bevor sie reflektiert werden.

6. Dimensionale Überlagerung: In einer Welt mit abweichenden physikalischen Gesetzen könnte es eine Technologie geben, die es ermöglicht, Gegenstände oder Personen in einer anderen Dimension zu "verstecken", wodurch sie für das menschliche Auge unsichtbar werden.

7. Psychedelische Substanzen: Es ist denkbar, dass das Unsichtbarkeitsmittel eine Substanz enthält, die das menschliche Gehirn so beeinflusst, dass es den besprühten Gegenstand nicht mehr wahrnehmen kann.

8. Holographische Technologie: Es ist vorstellbar, dass das Unsichtbarkeitsmittel eine Art Hologramm um den besprühten Gegenstand erzeugt, das ihn vor dem menschlichen Auge verbirgt.

Diese sind nur einige der denkbaren Erklärungen. Es gibt sicherlich noch viele weitere mögliche Wirkungsweisen, von denen einige in einer Welt mit abweichenden physikalischen Gesetzen tatsächlich funktionieren könnten.

Und die vielen weiteren wären? Alles raus, was keine Miete zahlt!

Hier sind weitere mögliche Erklärungen für die Wirkungsweise eines Unsichtbarkeitsmittels:

– Nanobots: Das Mittel enthält winzige Roboter, die sich um den Körper oder Gegenstand legen und das Licht um ihn herum so manipulieren, dass er unsichtbar wird.
– Teleportation: Das Mittel bewirkt, dass der Körper oder Gegenstand für kurze Zeit teleportiert wird und dann wieder an seine ursprüngliche Position zurückkehrt, jedoch mit einer Verschiebung in der Zeit, so dass er für den Betrachter unsichtbar wird.
– Schwerkraftfeld: Das Mittel erzeugt ein Schwerkraftfeld um den Körper oder Gegenstand herum, das das Licht um ihn herumkrümmt und so den Eindruck erweckt, dass er unsichtbar ist.
– Quantenverschränkung: Das Mittel nutzt die Quantenverschränkung zwischen dem Körper oder Gegenstand und der Umgebung, um das Licht um ihn herum zu manipulieren und ihn unsichtbar zu machen.
– Paralleluniversen: Das Mittel bewirkt, dass der Körper oder Gegenstand für kurze Zeit in ein paralleles Universum versetzt wird, in dem er für die Menschen in unserem Universum unsichtbar ist.
– Überlagerung: Das Mittel erzeugt eine Überlagerung des Körpers oder Gegenstands mit seiner Umgebung, so dass er für den Betrachter unsichtbar erscheint.

Natürlich sind all diese Erklärungen rein hypothetisch und spekulativ, da die Technologie für ein echtes Unsichtbarkeitsmittel derzeit nicht verfügbar ist.

Fällt Dir was Gutes zum erwähnten Skelettschatten ein? Man besprüht also einen Menschen, und er wird vollständig "unsichtbar", aber seine Knochen werfen noch weiter einen Schatten.

Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass das Unsichtbarkeitsmittel die Lichtbrechung oder -absorption des umhüllten Objekts oder des Körpers des Menschen verändert, so dass es für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar ist. Allerdings haben Knochen eine höhere Dichte und eine andere Zusammensetzung als Weichteile und könnten daher das Licht anders brechen oder absorbieren. Dies würde bedeuten, dass sie weiterhin einen Schatten werfen, auch wenn der Rest des Körpers unsichtbar ist.

Gut. Das ist eine mögliche Erklärung für den Knochenschatten. Noch mehr auf Lager? Nur alles raus.

Hier sind weitere mögliche Erklärungen für den Knochenschatten:

– Die Substanz, die verwendet wird, um den Unsichtbarkeitseffekt zu erzielen, absorbiert nicht alle Arten von Licht, sondern nur bestimmte Wellenlängen. Wenn das Licht auf die Knochen trifft, wird es nicht absorbiert und erzeugt einen Schatten.
– Der Unsichtbarkeitseffekt funktioniert auf der Ebene der sichtbaren Strahlung, aber nicht auf der Ebene der Röntgenstrahlung. Wenn das Licht auf die Knochen trifft, wird es nicht beeinflusst, während der Rest des Körpers unsichtbar bleibt.
– Der Unsichtbarkeitseffekt wird durch eine Art von Tarnkappentechnologie erzielt, die Licht um den Körper herum lenkt. Wenn das Licht jedoch auf die Knochen trifft, kann es nicht umgeleitet werden und erzeugt einen Schatten.
– Die Substanz, die den Unsichtbarkeitseffekt erzeugt, ist selbst transparent, aber sie beeinflusst das Licht auf eine Weise, die es unmöglich macht, von den Knochen reflektiert zu werden. Daher erzeugen die Knochen immer noch Schatten.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.03.23 04:22.

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Theodora Tuschel ()
Datum: 21. März 2023 21:26

Falls es gestattet ist, hier einen undonaldistischen Link einzublenden, hinter dem sehr viel gesagt wird über "den Kerl": [netzpolitik.org].

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ChatGPT und Wahrheit:
geschrieben von: duck313fuchs ()
Datum: 03. April 2023 13:57


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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 07. April 2023 19:42

Sage keiner, der Blechmann tauge zu nichts. Man kann ihn vorzüglich als donaldistischen Kampfroboter aufs Schlachtfeld schicken.




Im Zweifel ist es dann auch die Blechbüchse, die in der Nervenheilanstalt in Kirchenlamitz in der Gummizelle landet. thumbs downsmoking smiley


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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 21. April 2023 16:50

Quote
Ostsibirski
Ich habe mich gerade bei ein paar englischen Phrasen beraten lassen, und mich bedankt mit "tx" (wie man das in einem Chat mit Menschen so macht).

Das scheint was zu triggern. Es hat nachzudenken begonnen und nicht mehr aufgehört.

Ein, wie ich finde, sehr gescheiter Text über das Ding: [www.republik.ch]

Nur: Jedes Neugeborene verfügt über mehr erlebtes Weltwissen als Chat GPT. [...] Chat GPT versteht nicht, was es schreibt. [...] Jede Antwort vom Bot ist a priori unzuverlässig. Man kann ihr nicht trauen. Nun geistert in verschiedenen Ecken des Internets Halbwahres, Unwahres und Absurdes herum. Manchen Seiten sieht man das an. Manchmal braucht es mehrere Klicks, um eine Information zu überprüfen. Aber dem Chat mit einem Bot sieht man die Qualität nicht an. Und was Bots schreiben, klingt mitunter so richtig, dass es auch Profis blendet. So dachte etwa der einstige Google-Mitarbeiter Blake Lemoine, Googles Sprachmodell habe ein Bewusstsein. Chatbots tun so, als wären sie etwas, was sie nicht sind. Kein Wunder, glauben wir, dass dahinter jemand – etwas – denkt. Diese Mischung – der Bot schreibt überzeugender als viele Menschen, aber ihn kann gar nicht kümmern, ob das Geschriebene wahr ist – ist brand­gefährlich. [...] So oder so: «Chat GPT hat keine Vorstellung davon, was eine Lüge ist», sagt Lena Jäger, Professorin für Computer­linguistik. Offensichtlich weiss der Bot nicht, ob seine Antworten wahr sind. Und, wenn ja, warum sie wahr sind. Ein vierjähriges Kind mag seine Eltern ab und zu anlügen, aber wenigstens weiss es, dass es lügt.

Eben. Vorgestern habe ich das Ding für eine untergeordnete Textbearbeitungsaufgabe genutzt. Und ich habe brav "bitte" gesagt, als ich ihm auftrug, dies und jenes zu tun. Den Unfug sollte ich mir gar nicht erst angewöhnen. Ich bitte auch meine Kaffeemaschine nicht, mir Kaffee zu bereiten, wenn ich auf den Knopf drücke, oder meine Fahrmaschine, die Räder in Bewegung zu setzen, wenn ich den Schlüssel drehe und auf den Fußhebel drücke. Ein "Bitte" macht einen "Auftrag" oder "Befehl" an eine Maschine für sie nicht verständlicher, und auf Freundlichkeit scheißt sie eh.

Nicht mal der schlauste Hund und die gescheiteste Katze "verstehen" es, wenn man sie bittet oder ihnen dankt. Die aber, immerhin, können anders als die Kaffee-, die Fahr- oder die Textmaschine aus Worten, die der Mensch an sie richtet, aus deren Ton und dem sie begleitenden Mienen- und Gebärdenspiel des Menschen zumindest Stimmungen und Gefühle lesen, drum schadet ein Bitte und Danke an Katz' und Hund gewiß nicht.

Bei irgendwelchen "Gesprächen", ob donaldistisch oder nicht, die man mit dem Robomann führt und darzureichen gedenkt, ist die "Vermenschlichung" in der Ansprache an die Maschine freilich ein Kunstmittel, das der Unterhaltung dient.

Ein anderer Artikel, der die mehr "apokalyptischen" Gefahren von KI beschwört (wobei er zum Schluß den Alarm weitgehend abbläst): [www.derstandard.de]

Wie wirklich die beschworene Menschheitsauslöschung durch KI in einigen Jahren ist, weiß ich nicht. Für mich wäre schon unerfreulich genug, wenn eine KI nur mein Leben auslöschte. Dazu muß sie nicht "böse" sein, es reicht schon, wenn sie "blöd" ist; mich in einen "selbstfahrenden" Kraftwagen zu setzen, hätte ich Hemmungen, selbst wenn die Dinger im Durchschnitt besser fahren mögen als Menschen.

Die Textmaschine nun ist blöd wie Brot, zum Terminator mausert die sich bestimmt nicht. Da müßte schon die mit ihr "konversierende" natürliche Intelligenz gleichfalls blöd wie Brot sein, um sich unmittelbar durch einen "Ratschlag" des Bots unter die Erde schicken zu lassen ("Liebes Chat GPT, was muß ich tun, um nie wieder krank zu werden?" – "Hallo! Eine unfehlbare Methode, nie wieder krank zu werden, ist, einen Sechsschüsser zu nehmen und sich eine Kugel in den Kopf zu jagen." – "Oh! Ergibt Sinn!").



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.04.23 17:09.

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
Datum: 03. Mai 2023 13:35

Untenstehend ein Interview der Lokalzeitung "Hamburger Abendblatt" mit der Hamburger Professorin Simon, die an der Hamburger Uni im Fachbereich Informatik lehrt. Da der Link vermutlich nur für Abonnenten funktioniert, habe ich den Text kopiert, auch wenn dadurch einige Formatierungen und die Grafiken verloren gehen.


ChatGPT – das sind die großen Gefahren

Die Entwicklung der Software-Systeme geht viel zu schnell, sagt Hamburger Expertin. ChatGPT produziert Texte teils ohne jeden Bezug zur Wahrheit
Insa Gall

Die Hamburger Professorin Judith Simon ist eine gefragte Expertin zum Thema Künstliche Intelligenz und zur neuen Software ChatGPT. Vergangene Woche war sie zu einer Anhörung im Bundestag geladen, im Deutschen Ethikrat hat sie Ende letzten Jahres als Sprecherin der Arbeitsgruppe Mensch und Maschine eine Stellungnahme erarbeitet. Gefragt ist sie wohl auch deshalb, weil sie einen ungewöhnlichen Werdegang hat: Simon, ursprünglich Diplom-Psychologin, wurde in Philosophie promoviert und befasst sich mit Technikphilosophie und Ethik in der Informationstechnologie. An der Universität Hamburg lehrt die Philosophiewissenschaftlerin im Fachbereich Informatik – eine ziemliche Besonderheit.

Und auch wenn die Hamburgerin sich seit Langem mit künstlicher Intelligenz und auch computergenerierten Sprachmodellen beschäftigt, war sie von der rasanten Entwicklung von ChatGPT überrascht. Das Tempo, mit dem diese neuen Systeme derzeit auf den Markt geworfen würden, sei viel zu hoch, sagt sie. „Das macht mir Sorgen.“ Angesichts der Schnelligkeit, mit der die neue Technik „in alle möglichen Gesellschaftsbereiche eindringt und diese verändert, sind wir als Gesellschaft überfordert, angemessen zu reagieren. Und auch die Regulierung kann hier nicht Schritt halten.“

Hamburger Abendblatt HA):
Die künstliche Intelligenz entwickelt sich rasend schnell, auch für Laien sichtbar ist die schnelle Folge der Updates von ChatGPT, die diese sprachbasierte Form der künstlichen Intelligenz (KI) einer breiten Masse zugänglich macht. Was wird KI in zehn Jahren nach Ihrer Einschätzung alles können?

Prof. Judith Simon:
Das Tempo der Entwicklung ist derzeit so hoch, dass das kaum absehbar ist. Entscheidend in Bezug auf aktuellen Entwicklungen ist, dass sich nicht nur die Technologie schnell entwickelt hat. Wovon wir derzeit so überrollt werden, ist, dass Systeme auf den Markt geworfen werden, die einerseits ein so breites Anwendungsfeld haben und zum anderen so schnell und einfach zu benutzen sind. Jeder kann auf einmal mit minimalen technischen Voraussetzungen und Kompetenzen in Sekundenschnelle Texte, Bilder und Videos von hoher Qualität produzieren. Was derzeit die großen Disruptionen hervorruft, ist also nicht nur die schnell voranschreitende Technologie, sondern dass sie frei verfügbar, einfach und unmittelbar nutzbar und breit anwendbar ist.

HA: Geht die Entwicklung zu schnell?

Ja, mir geht die Entwicklung derzeit zu schnell – vor allem das Tempo, mit dem neue Produkte auf den Markt geworfen werden. Im November kam ChatGPT, bald darauf ChatGPT4 mit der Kombination von Sprache und Bild und der nächste Schritt war die Anbindung von ChatGPT ans Internet, sodass das System nicht auf Daten bis zum Jahr 2021 beschränkt war, sondern auch Aktuelles abfragbar ist. Das Tempo, mit dem Entscheidungen getroffen werden, weil man der erste auf dem Markt sein will, macht mir Sorgen – wie auch vielen Informatikern und Informatikerinnen.

HA: Was befürchten Sie?

Aufgrund des hohen Tempos, mit dem ChatGPT und ähnliche Tools derzeit in alle möglichen Gesellschaftsbereiche eindringen und diese verändern, sind wir als Gesellschaft überfordert, angemessen zu reagieren. Und auch die Regulierung kann hier nicht Schritt halten. Der KI-Act der EU liegt als Vorschlag vor, muss aber noch vom Europarat und EU-Parlament verabschiedet werden – das dauert. Und wenn er dann kommt, dürfte er teilweise schon wieder veraltet sein. Als ChatGPT im November freigeschaltet wurde, schossen die Nutzerzahlen in kürzester Zeit in die Höhe, eben weil es so einfach nutzbar, frei zugänglich ist und sprachliche oder visuelle Ausgaben von hoher Qualität in Sekundenschnelle produziert werden – aber eben ohne jedweden Bezug zur Wahrheit. Sprache ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel, Bilder von entscheidender Bedeutung für Evidenz. Darauf muss die Gesellschaft erst mal reagieren.

HA:
Schnell wurde die Anwendung in Schule und Universität diskutiert. Aufsätze, Referate und Hausarbeiten scheinen auch blitzschnell durch ChatGPT erstellbar, wenn man dem System die richtigen Aufgaben stellt.

ChatGPT stellt uns in der Tat vor die Herausforderung, wie wir künftig noch faire Prüfungen organisieren können, wenn wir nicht wissen, wer etwas selbst geschrieben oder teilweise oder vollständig hat von der KI schreiben lassen. Unter anderem wird man wohl Prüfungsformate ändern müssen.

HA:
Wie denn?

Es dürfte mehr mündliche Prüfungen geben, diese Form ist betrugsresistenter. ChatGPT fordert uns aber auch heraus, über Ziele, den Wert und das Wesen von Bildung nachzudenken. Was müssen künftig Bildungsinhalte sein? Welche Kompetenzen brauchen wir noch – und welche vielleicht nicht mehr? Welches Wissen ist relevant? Dieser Frage müssen sich auch die Universitäten stellen. Wenn Studierendengruppen so groß sind, dass man nur stupide Wissen abprüfen kann, ist das ohnehin nicht ideal, und man muss sich nicht wundern, wenn Aufgaben an die KI delegiert werden. Kleine Seminare mit einer überschaubaren Zahl von Studierenden wären schön – sind aber oftmals nicht möglich.

HA:
ChatGPT macht aber auch Fehler. Selbst seine Entwickler geben zu, dass die ausgegebenen Informationen nicht immer der Wahrheit entsprechen und somit Falschinformationen verbreitet werden können.

Natürlich macht das System Fehler, man muss sich ja klarmachen, wie es funktioniert. Es hat viele Texte analysiert, Muster erkannt und „weiß“, wie Texte strukturiert sind und Worte zusammenhängen – das ist eine rein statistische Weise, Texte zu erstellen. Je standardisierter die Texte sind, desto einfacher ist es für die KI, sie zu produzieren. Texte und Aussagen klingen eloquent und plausibel, aber sie basieren lediglich auf Wortkombinationen und Sprachmustern. Dadurch können sie falsch und unsinnig, sein, die Quellen frei erfunden – aber dies ist nicht immer leicht zu erkennen.

HA:
Ein gravierender Nachteil …

Täuschung scheint eines der Grundprobleme zu sein. Manipulation durch Texte und Bilder gab es schon vorher. Aber die Einfachheit, mit der das jetzt möglich ist, die Breite der Verfügbarkeit und die Qualität der Produkte ist jetzt eine ganz andere. Das wird nicht alles über Regulierung zu kanalisieren sein, sondern auch durch neue Normen und Praktiken. Aber auch dafür ist kaum Zeit, wenn im Wochenrhythmus neue Updates kommen.

HA:
Geht die Entwicklung so schnell und schafft Fakten, sodass die Regulierung gar nicht hinterherkommt?

Das ist mit Sicherheit so. Die rasante Entwicklung von generativer KI hat viele überrascht, mich auch. Die Ursache für diese große Veränderung ist, dass die Systeme nun so einfach von jedermann nutzbar sind, die Anwendungskontexte aufgrund der Produktion von Text, Bild und Video so breit und die Nutzerzahlen entsprechend so groß sind. Schon gibt es die ersten ökonomischen Verwertungsmodelle, keiner will hintendranhängen. Diese Dynamik hat man völlig unterschätzt.

HA:
Welche Regulierung müsste es geben?

Ich bin keine Juristin. Der Entwurf des KI-Acts der EU fokussiert auf Hochrisikosysteme, darunter fällt ChatGPT derzeit nicht. Wenn man lediglich bestimmte Anwendungskontexte reguliert, ist die Frage, ob das einer All-purpose-Software wie ChatGPT, die unendliche viele Anwendungsmöglichkeiten bietet, gerecht wird oder ob man das nicht doch auf der Ebene der Grundlagen dieser Technologie regulieren muss und wie das geschehen kann. Ein Rechtsrahmen muss so gestaltet werden, dass er nicht von der nächsten technischen Entwicklung sofort wieder überrollt wird.

HA:
Italien hat die Nutzung von ChatGPT vorübergehend gestoppt, mit dem Argument des Datenschutzes. Der richtige Weg?

Einerseits gibt es tatsächlich massive Datenschutzprobleme mit ChatGPT. Andererseits wurde vermutlich einfach geschaut, welche rechtlichen Hebel es überhaupt gibt, um zu reagieren, und da die Datenschutzgrundverordnung bereits in Kraft ist, war sie eine Möglichkeit, Ähnliches gilt für das Urheberrecht. Datenschutz und Urheberrecht – das sind nicht unbedingt die Hauptprobleme bei ChatGPT, aber hier gibt es bereits existierende rechtliche Rahmen um einzugreifen. Damit hat man zumindest einmal auf die Bremse gehauen. Auch sendet das die Botschaft: Ihr könnt nicht einfach Systeme auf den Markt bringen, ohne die grundlegenden Regeln zu beachten. Die Instrumente, die wir haben, sollten wir auch nutzen, um das Signal an die Unternehmen zu senden: Bestimmte Standards müsst ihr einhalten.

HA:
In einem offenen Brief, unterzeichnet von mehr als 1000 Tech-Experten, darunter Unternehmer wie Elon Musk und Apple-Mitgründer Steve Wozniak, hieß es: „In den letzten Monaten haben sich die KI-Labore einen unkontrollierten Wettlauf um die Entwicklung und den Einsatz immer leistungsfähigerer digitaler Köpfe geliefert, die niemand – nicht mal ihre Erfinder – verstehen, vorhersagen oder zuverlässig kontrollieren kann“. Musk gehörte selbst mit zu den Gründern von OpenAI. Kurz nach Veröffentlichung des Briefes wurde bekannt, dass er selbst einen neuen ChatGPT-Konkurrenten namens TruthGPT plant.

Meine Haltung zu diesem Brief ist ambivalent. Auf der einen Seite hatte ich auch den Eindruck, dass eine Pause gut wäre. Auch einige Aspekte des Briefs, wie der Ruf nach stärkerer Kontrolle, sind sinnvoll und wurden auch schon vorher von vielen anderen geäußert. Andererseits sind einige der Akteure hinter dem Brief, wie Elon Musk, mehr als fragwürdig, und auch der Fokus auf existenzielle Risiken und die Gefahr der Auslöschung der Menschheit ist problematisch und lenkt von drängenderen, aktuellen Problemen ab.

HA:
Sie meinen die Sorge, dass sich KI in gewisser Weise verselbstständigt und Macht bekommt, unabhängig von ihren Schöpfern, und Kontrolle über menschliches Verhalten, Ressourcen und Institutionen gewinnt.

Das ist genau einer der problematischen Aspekte des Briefes: dieser Fokus auf fiktive zukünftige Systeme und das Abgeben der Verantwortung an scheinbar autonome Maschinen. Man muss ganz klar sagen: Die jetzigen Systeme haben kein Bewusstsein. Das sind rein statistisch operierende Maschinen, sie verstehen Sprache nicht, sondern berechnen die Wahrscheinlichkeit von Wortkombinationen. Es erscheint dem Menschen im Austausch nur manchmal so, als würden sie Sprache verstehen oder hätten gar Bewusstsein. Ob sie in Zukunft irgendwann einmal so etwas Ähnliches entwickeln wie das, was wir Verständnis oder gar Bewusstsein nennen, weiß man nicht.

HA:
Wird künstliche Intelligenz immer von Menschen kontrollierbar sein?

Wichtig ist mir: Es sind immer Menschen, die die Entscheidung treffen, Systeme zu entwickeln. Die Entscheidungen von OpenAI, ChatGPT so früh und mit so vielen Schwachstellen auf den Markt zu werfen und sie später sogar mit einer Live-Schnittstelle zum Internet zu versehen, fand ich problematisch. Meine Sorge ist nicht, dass diese Systeme die Weltherrschaft übernehmen, sondern eher, dass Menschen mit sehr viel Macht diese missbrauchen, um ihre Zwecke zu erreichen.

HA:
Inwiefern?

Systeme wie ChatGPT können zu manipulativen Zwecken eingesetzt werden und sind sehr mächtige Werkzeuge für Propaganda und Destabilisierung, auch durch politische Akteure, die daran ein Interesse haben. Beunruhigend finde ich weniger, was die Technik macht – die macht nämlich derzeit von selbst nichts – , sondern die Entscheidungen, die einige wenige Menschen treffen, welche dann massive Folgen weltweit haben, sowie die Möglichkeiten, grundlegende Prozesse der Information und Kommunikation auf extrem einfache und schnelle, aber nachhaltige Weise zu stören – mit den daraus resultierenden Gefahren für unsere Demokratie.

HA:
Könnte man diesen Programmen beibringen, wo etwa moralische oder politische Grenzen liegen?

Eine Möglichkeit, die hier genutzt wird, ist, dass man die Antwort auf bestimmte Anfragen (Prompts) verweigert, etwa mit dem Hinweis, dass der Prompt problematisch ist oder das System ein ChatBot, der zu bestimmten Dingen nichts sagen kann. Andererseits geht es auch darum, problematische Aspekte – wie beispielsweise diskriminierende Tendenzen in den Systemen – zu reduzieren, die durch die Trainingsdaten importiert wurden.

HA:
Wir haben viel über Gefahren gesprochen, gibt es auch Vorteile?

Software wie ChatGPT kann Arbeit erleichtern, indem die Alltagsproduktion von Texten an die Systeme delegiert werden. KI im Allgemeinen hat sehr viele Anwendungsgebiete, weil es im Grunde auf der Erkennung von Mustern beruht und zur Klassifikation und Prognose verwendet werden kann. So lässt sich in der Medizin beispielsweise Krebsgewebe besser aufspüren und von gesundem Gewebe unterscheiden. KI-Systeme könnten auch zur Unterstützung von Entscheidungen eingesetzt werden, beispielsweise in der öffentlichen Verwaltung. Das kann extrem hilfreich und unproblematisch sein, etwa wenn ich effizientere Routen für die Müllabfuhr berechne. Aber in dem Moment, wo ich Prognosen über Menschen anstelle, wird es schon wieder sehr viel schwieriger zu bewerten. So werden datenbasierte KI-Systeme verwendet, um vorherzusagen, wo die nächsten Verbrechen stattfinden könnten oder ob von einer Person, die in der Vergangenheit straffällig geworden ist, auch zukünftig Straftaten zu erwarten sind. Ist jemand kreditwürdig? Ist jemand zukünftig ein guter Mitarbeiter oder eine gute Mitarbeiterin? Was kann ich aus den Bewerbungsunterlagen an Mustern erkennen, die vorhersagen, dass jemand in zehn Jahren als Abteilungsleiter geeignet ist?

HA:
Die Frage scheint, ob diese Systeme die Handlungsmöglichkeiten von Menschen erweitern oder verringern.

Das war die Leitfrage, mit der wir uns im Ethikrat beschäftigt haben. Bleiben wir bei dem Beispiel aus der Medizin: Das erweitert die Möglichkeiten des Diagnostikers und kommt den Patienten zugute, weil vielleicht Krebs früher erkannt wird. Aber was bedeutet es, wenn in der Folge Kompetenzen verloren gehen, weil sie an die Maschine delegiert werden, und dann die Technik ausfällt? Auch funktionieren die KI-Systeme oftmals nicht für alle Nutzergruppen gleich gut. Wenn das System zur Erkennung von Hautkrebs etwa auf helle Haut trainiert ist, ist die Unterscheidungsfähigkeit zwischen gesundem und krankhaftem Gewebe auf dunkler Haut vielleicht schlechter und die Fehlerquote höher.

HA:
Und im Journalismus? Könnte dieses Interview in zehn Jahren von ChatGPT geführt werden?

Möglich. Die Software und ihre künftige Weiterentwicklung werden auf jeden Fall das Berufsfeld von Journalisten sehr verändern. Wahrscheinlich wird es viel stärker zu ihrer Aufgabe gehören, Fakten zu checken und KI-generierte Texte zu redigieren. Das muss man nicht gut finden und ist auch keine Folge der Technologien allein, sondern der ökonomischen Rahmenbedingungen. Man muss sich generell von der Vorstellung verabschieden, dass Arbeitnehmer durch den vermehrten Einsatz von KI mehr Freizeit haben werden. Das wäre nur möglich, wenn die politischen und ökonomischen Grundlagen verändert werden.

HA:
Stehen wir nach der industriellen und der digitalen Revolution jetzt vor einer KI-Revolution, die unsere Gesellschaft und Wirtschaftsprozesse von Grund auf verändern wird?

Vielleicht. Das ist schwer vorherzusehen. Ich möchte einerseits nicht einen Hype befördern. Andererseits hat mich die Entwicklung von ChatGPT selbst ziemlich überrollt. Das macht mich nachdenklich, schließlich arbeite ich seit Langem zu dem Thema. Die KI wird einiges verändern.

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 06. Mai 2023 04:04

Wenn ich das so lese … ich weiß nicht.

"Die Menschheit" hat bis jetzt jede "Tech-Revolution" überlebt, und es gab einige "Tech-Revolutionen" in den letzten zweihundertfünfzig Jahren, die sicherlich folgenreicher waren als dieser Plapperkasten.

Vor ein paar Jahren habe ich mich eingehender in die Geschichte des Eisenbahnbaus eingelesen. Die Eisenbahn vor zweihundert Jahren war eine unfaßbare Umwälzung. Seit Jahrhunderten, seit Jahrtausenden (!) war der Schnellauf eines Pferdes die Strecke im Raum, die der Mensch – ein Mensch (ein Pferd kann nicht beliebig viel tragen) – am geschwindsten zurücklegen konnte. Darüber ging – über Jahrtausende! – nichts, der Pferdeschnellauf war die Obergrenze.

Die Eisenbahn, dieses Ding aus Stahl, befeuert von Kohle, veränderte mit einem Schlag alles. Und sie konnte nicht nur, wie Genosse Pferd, über kurze Strecken einen Menschen tragen, sondern viel geschwinder über viel längere Strecken deren viele und allerlei Zeug dazu.

Es trifft nicht zu, daß Ärzte zu Beginn des Eisenbahnzeitalters mahnten, Geschwindigkeiten über dreißig Stundenkilometern könnten zu Verformungen des Gesichts oder anderen bleibenden körperlichen Schäden führen. Das ist eine "Legende".

Aber es trifft zu, daß zu Beginn des Eisenbahnzeitalters ein deutscher Fürst im südwestdeutschen Raum keine Eisenbahn in seinem Lande wollte, da ihm vor diesem neumodischen Ding graute. Da es aber im frühen 19. Jahrhundert in Deutschland keine selbstherrlichen Landesherren mehr gab, die tun konnten, was sie wollten, verhinderte auch dieser Fürst nicht, daß in seinem Land die Eisenbahn kam. Auch dieser "altertümlich" gesinnte deutsche Fürst wußte, er konnte den Lauf der Dinge nicht aufhalten, und er fügte sich dem Siegeszug des Dampfrosses.

Die Eisenbahn – das Zukunftsding. Lang ist's her.

Hundert Jahre später, im frühen zwanzigsten Jahrhundert, war "die Eisenbahn" Gegenstand wehmütiger Betrachtung und Erinnerung an vergangene Zeiten, und das Neue, (aber gar nicht mehr so) Umwälzende war da – das Flugzeug. Und dann: die Autobahn. Und dann: das Atom. Und dann: die Mondrakete. Und dann: der Komputer. Und dann: das Internetz. Und jetzt …

Ich kann mich noch gut an all die Schwärmereien und Fürchtereien Anfang und Mitte der neunziger Jahre erinnern (damals war ich noch jung und schön, kurz ist's her, heute bin ich immer noch jung und schön und obendrein gescheit), als die Internetzerei langsam in die Gänge kam.

"Cyberautobahn", "Cybersex", "Cyberwelt". Was ist eigentlich aus dem damaligen Modewort "Cyber" geworden? Es ist genauso untergegangen wie die "Kybernetik" der sechziger Jahre, deren Wiedergänger es war (das Neunzigerwort "Cyber" war ein Zombie – über den Sinn der "Kybernetik" hatte man in den sechziger Jahren zumindest gesprochen, derweil "Cyber" in den Neunzigern im Deutschen inhaltsloses, sinnentleertes, blödsinniges Gestammel war).

Bis der Terminator mit der Knarre vor mir steht, glaube ich, daß auch die sogenannte "künstliche Intelligenz" (rein statistisch "generierte" Ergebnisse; diese "Intelligenz" ist so klug wie eine Scheibe Brot) und im besonderen ChatGPT heißer gekocht als gegessen wird. Klar, es wird in der "Gesellschaft" einen Haufen umwälzen (wie das Internetz in den letzten fünfundzwanzig Jahren) und zu Nutzanwendungen führen, von denen wir jetzt noch nicht (alp)träumen.

Frau Professor sagt:

Jeder kann auf einmal mit minimalen technischen Voraussetzungen und Kompetenzen in Sekundenschnelle Texte, Bilder und Videos von hoher Qualität produzieren. Was derzeit die großen Disruptionen hervorruft, ist also nicht nur die schnell voranschreitende Technologie, sondern dass sie frei verfügbar, einfach und unmittelbar nutzbar und breit anwendbar ist.

Okeh, ich glaube nach Erfindung des Buchdrucks oder nach Einführung der Schreib- und Lesepflicht fürs gesamte Volk haben sie ähnliches gesagt. Auf jeden Fall ergab das damals auch "Disruptionen".

Als ChatGPT im November freigeschaltet wurde, schossen die Nutzerzahlen in kürzester Zeit in die Höhe, eben weil es so einfach nutzbar, frei zugänglich ist und sprachliche oder visuelle Ausgaben von hoher Qualität in Sekundenschnelle produziert werden – aber eben ohne jedweden Bezug zur Wahrheit.

Gut, bisher brauchte man für die "Produktion" eines Druck-, Schrift- oder Bildwerks länger (aber auch das ging alles am Rechner schon vor "KI" wesentlich schneller als vor hundert oder zweihundert Jahren). Doch hatte seit Gutenberg oder seit Erfindung der Keilschrift jedes Druck-, Schrift-, Bildwerk notwendig einen letzten "Bezug zur Wahrheit"?

Nur ein Beispiel (von zig!): Der Hexenhammer, veröffentlicht 1486. Wie viele Tausende sind als Folge der Veröffentlichung und Verbreitung dieses Druckwerks gemordet worden? Aber der Inhalt dieses Druckwerks ist nach allem, was wir wissen, reine Spiegelung und Einbildung, die übernatürlichen Kräfte und Fähigkeiten vermeintlicher Hexen gibt es nach aller Prüfung nicht.

ChatGPT stellt uns in der Tat vor die Herausforderung, wie wir künftig noch faire Prüfungen organisieren können, wenn wir nicht wissen, wer etwas selbst geschrieben oder teilweise oder vollständig hat von der KI schreiben lassen. Unter anderem wird man wohl Prüfungsformate ändern müssen. Es dürfte mehr mündliche Prüfungen geben, diese Form ist betrugsresistenter.

Ist doch nicht schlecht. Daß an Unis und Schulen schriftliche Arbeiten und Prüfungen "durchgewinkt" und "abgenotet" werden, ist ja nicht erst seit gestern ein "Problem". Und gemogelt und "plagiiert" wurde auch schon immer.

Dann strengt Euch mal an, Ihr Hochschullehrer! Der Akademisierungswahn und die Massenabfertigung sind die Grundkrux. Mit den Roboter-Kunsttexten halten Euch die Studis den Fackfinger nur fett vor die Nase.

Das ist genau einer der problematischen Aspekte des Briefes: dieser Fokus auf fiktive zukünftige Systeme und das Abgeben der Verantwortung an scheinbar autonome Maschinen. Man muss ganz klar sagen: Die jetzigen Systeme haben kein Bewusstsein. Das sind rein statistisch operierende Maschinen, sie verstehen Sprache nicht, sondern berechnen die Wahrscheinlichkeit von Wortkombinationen. Es erscheint dem Menschen im Austausch nur manchmal so, als würden sie Sprache verstehen oder hätten gar Bewusstsein. Ob sie in Zukunft irgendwann einmal so etwas Ähnliches entwickeln wie das, was wir Verständnis oder gar Bewusstsein nennen, weiß man nicht.

Völlig richtig!

Systeme wie ChatGPT können zu manipulativen Zwecken eingesetzt werden und sind sehr mächtige Werkzeuge für Propaganda und Destabilisierung, auch durch politische Akteure, die daran ein Interesse haben. Beunruhigend finde ich weniger, was die Technik macht – die macht nämlich derzeit von selbst nichts – , sondern die Entscheidungen, die einige wenige Menschen treffen, welche dann massive Folgen weltweit haben, sowie die Möglichkeiten, grundlegende Prozesse der Information und Kommunikation auf extrem einfache und schnelle, aber nachhaltige Weise zu stören – mit den daraus resultierenden Gefahren für unsere Demokratie.

Mag sein oder nicht … aber "an sich" nichts Neues unter der Sonne und nur eine Weiterentwicklung und Verfeinerung der Technik. Es ist seit zweihundertfünfzig Jahren, mindestens, das gleiche Lied in der "industrialisierten" Welt, daß jede neue Technik nicht nur (Er-)Lösungen bringt, sondern neue Gefahren.

Die Gewaltherrscher Adolf Hitler in Deutschland und Lenin und Stalin in Rußland hatten kein Internetz und keinen Schwatzkasten, um altüberlieferte Rechtsherrschaften zu beseitigen, sondern "nur" die ihrerzeit überkommenen Techniken Rede, Buchdruck und die ihrerzeit hochneuen Techniken Fernsprech und Rundfunk.

Möglicherweise, sehr wahrscheinlich sogar wäre ein Hitler ohne die seinerzeit hochneuen Techniken Mikrophon (für die Massenrede in "Bierkellern"), Rundfunk, Schallplatte, Kraftwagen und Flugzeug nie Gewaltherrscher in Deutschland geworden.



11-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.05.23 06:04.

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
Datum: 12. Mai 2023 23:33

Ja, eben. Die große Gefahr ist halt nicht, dass die Maschinen die Weltherrschaft übernehmen, weil der Terminator zurück durch die Zeit reist und irgendjemanden umnietet, der die Geschichte auf eine bestimmte Art beeinflusst hat, sondern, dass irgendwelche gefährlichen Menschen (seien wir ehrlich: Männer) den neuesten Stand der Technik dazu nutzen werden, die Gesellschaft ins Unglück zu stürzen.

Wir leben, nicht einzig aber großteils dank D.J.T. aus Amerika, ohnehin schon in einer postfaktischen Welt, in der man sich aussuchen kann, was man glaubt und was nicht. Ich mach mir die Welt widewidewie sie mir gefällt. Einfach bei google "What I want to believe" eingeben, und dann werden dir ohnehin die Fakten ausgespuckt, die zu deinem Weltbild passen.

Da hilft es nicht, dass es jetzt durch diese neuesten Entwicklungen noch mal um ein vielfaches einfacher geworden ist, falsche Fakten und Texten in Unmengen zu produzieren, um seine eigenen Unwahrheiten glaubwürdig zu gestalten. Da hat die Frau Professor schon recht. Man muss nicht immer das Schlimmste annehmen, aber die bisherige Geschichte legt doch sehr nahe, dass JEDE Technologie früher oder später missbraucht wird. Und derzeit sieht es eher nach früher aus.

Überleg dir nur, was passiert wäre, wenn der zweite Weltkrieg nur ein Jahr länger gedauert hätte. Deutschland hat zum Glück rechtzeitig genug verloren, dass die Atombomben woanders gefallen sind. Glück gehabt. Die hätten auch in Berlin landen können. Und was alles vielleicht hätte passieren können, wenn der Zeitplan ein wenig anders gewesen wäre? Es schaudert mich.

Man muss den Beelzebub nicht an die Wand malen. Man sollte ihn aber auch nicht verlachen. Denn gefährlich ist diese Entwicklung durchaus.

Duck auf
Alex

Ich bin ein Ukrainer (sehr frei nach John F. Kennedy)

Ungläubiger
Kenntnisnehmer
Russischer
Aggressionen
In
Nahegelegenen
Europäischen
Regionen

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Kalif Storch ()
Datum: 25. Mai 2023 09:21

Es paßt eigentlich hier nicht zu diesem Thema, aber weil der Bürgermeister von Timbuktu oben in seinem Beitrag vom 12. Mai von Zeitreisen gesprochen hat, möchte ich doch um Aufklärung einer mir völlig unerklärlichen Tatsache bitten:
Auf der Suche nach irgendwas bin ich auf dem Schwarzen Brett über einen Beitrag des Bürgermeisters vom 13. Dezember 2005, jawohl: 2005, gestolpert. Die abschließende Grußformel lautet: "Duck auf. Alex. Ich bin Ukrainer ..." (folgt das übliche Ich-habe-die-Ukrainer-lieb-und-hasse-die-Russen). Am 13. Dezember 2005! Um 10:31 Uhr! Der Bürgermeister hat also schon vor 18 Jahren den Ukrainekrieg vorausgesehen. Er hat nicht, wie man vielleicht damals hätte erwarten können, geschrieben "Ich bin Iraker" und einen der obligaten brutalen und völkerrechtswidrigen amerikanischen Angriffskriege verurteilt, nein: er hat vorausschauend schon im Jahr 2005 von den heutigen russischen Aggressionen gewußt. Wahnsinn. Wie machst Du das, Alex?

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: K. ()
Datum: 25. Mai 2023 10:48

Werter Kalif, ich habe Deine Frage einfach mal an ChatGPT weitergeleitet. Seine Antwort:

Quote

Als KI-Modell habe ich keinen Zugriff auf konkrete Informationen zu individuellen Personen oder deren Beiträgen in Online-Foren oder Schwarzen Brettern. Es ist möglich, dass es sich um einen Zufall oder eine ähnliche Formulierung handelt, die aus dem Kontext gerissen wurde. Es ist wichtig zu bedenken, dass solche Beiträge möglicherweise nachträglich verändert oder manipuliert wurden.

Es ist unwahrscheinlich, dass der Bürgermeister von Timbuktu im Jahr 2005 Ereignisse wie den Ukrainekrieg vorausgesehen hat. Zeitreisen und die Fähigkeit, die Zukunft genau vorherzusagen, sind bisher nicht möglich und gelten als rein fiktiv. Es ist wahrscheinlicher, dass es sich um einen Scherz, einen Irrtum oder eine andere Erklärung für den Beitrag handelt, die nicht mit tatsächlichen Vorhersagen zusammenhängt.

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 26. Mai 2023 04:59

> Zeitreisen und die Fähigkeit, die Zukunft genau vorherzusagen, sind bisher nicht möglich und gelten als rein fiktiv.

Und wie war das mit Donald und Bottervogel?? Und hat Düsentriebs Apparillo nicht den Untergang des Tankers Asthma vorhergesagt??

Nicht sehr intelligent, die künstliche Intelligenz:in.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Kassenwart ()
Datum: 29. Mai 2023 15:13

Bottervogel war keine Zeitreise sondern eine Vorfahrenvision unter Hypnose.

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 30. Mai 2023 08:38

> Bottervogel war keine Zeitreise sondern eine Vorfahrenvision unter Hypnose.

Für mich ist Donald eine Reinkarnation von Bottervogel. Nur das erklärt die völlige Aussehensgleichheit. Und Reinkarnation ist eine Zeitreise in die Zukunft.

Eine andere Zeitreise war die nach Bagdad ins 13. Jahhundert.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
Datum: 30. Mai 2023 17:00

Mein Guter, Reinkarnation von carnis, Fleisch, heisst : gleicher Geist in anderes Fleisch, d.h. wohl anderes Aussehen.

------------------------
Frieden für die Ukraine!

Grkztrrrschwrzkajaaaa!

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Re: Sag, wo ist der Entenstern? – Ein nächtliches Zwiegespräch zwischen der Maschine und mir
Datum: 05. Juni 2023 02:17

Quote
Kalif Storch
Wie machst Du das, Alex?

Das liegt daran, dass ich, ähnlich wie die Simpsons, die Zukunft vorhersagen kann. Das erkennt man auch an meinem unermesslichen Reichtum, da ich schon mehrfach den Lottojackpot geknackt habe.

Duck auf
Alex

Ich bin ein Ukrainer (sehr frei nach John F. Kennedy)

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