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Donaldistische Werte
geschrieben von: Raskolnikow ()
Datum: 09. Dezember 2022 12:27

Liebe Mitdonaldisten (m/w/d)!

Die Diskussion über den Buffetpreis beim Frankfurter Kongreß hat mich nachdenklich gemacht. Und ich habe mich gefragt, was ich eigentlich an der D.O.N.A.L.D. schätze und was mir dort zu bewahren wichtig ist. Und darüber möchte ich gerne mit Euch reden.

Ich habe in grauer Vorzeit Mathematik studiert, ich bin Schachspieler, und ich habe auch einen Hang zur Science Fiction, zu Comics und zur Philosophie. Lauter hochgeistige Beschäftigungen, in denen ich mich beliebig tief in meinem Elfenbeinturm vergraben kann, ohne mich bei meinen Gedankengebilden zu sehr mit der real existierende Welt um mich herum beschäftigen zu müssen. Denn diese widert mich ihrem Materialismus, ihren Eitelkeiten, ihrem Egoismus, ihrer Verbohrtheit und ihrer schlichten Dummheit oft an. Bitte nicht falsch verstehen, ich komme prima mit meiner Umwelt klar. Aber ich genieße die Auszeiten in meinem Elfenbeinturm.

Und dazu passt der Donaldismus ideal, er ist ein wunderschönes Zimmer in meinem Elfenbeinturm. Mit wissenschaftlichen Methoden Entenhausen zu erforschen, das in der realen Welt Gelernte also im Elfenbeinturm anwenden zu können, macht mir unheimlichen Spaß. Als ich damals zu den Donaldisten gestoßen bin, war es tatsächlich so, als hätte ich nur etwas in mir entdeckt, das schon immer da war.

Natürlich gibt es auch bei den Donaldisten Eitelkeiten und Egoismus, Verbohrtheit und Dummheit, ganz sicher auch bei mir. Aber diese Eigenschaften bezogen sich auf donaldistische Themen, und damit sind sie auch nur ein Spiegelbild unserer Welt. Vor allem gab es nie Materialismus, und der war ganz offenbar auch nie gewollt. Schon allein die Tatsache, daß das N in D.O.N.A.L.D. für Nichtkommerziell steht, ist mir sehr wichtig.

Die Unsitte unserer Gesellschaft, den Wert eines Menschen hauptsächlich an seinem beruflichen Erfolg, seinem Gehalt und seinem Besitztum zu messen, hat mich schon immer abgestoßen. Und in der D.O.N.A.L.D. ist das gewolltermaßen nicht so, das finde ich toll!

Bei uns ist der Vollbesitz der geistigen und körperlichen Kräfte sowie der bürgerlichen Ehrenrechte ausdrücklich nicht erforderlich. Würdenträger können sich selber zu solchen ernennen, wenn ihnen danach ist. Wer gegen das allerheiligste Prinzip des nichtkommerzialistischen, lauteren Donaldismus verstößt, wird laut § 2.12 sogar ausgeschlossen. Herrlich!

Ich habe über die D.O.N.A.L.D. eine Menge Menschen kennengelernt, die ich in meiner sonstigen sozialen Blase nie kennengelernt hätte, und deren Bekanntschaft und Freundschaft mir sehr wichtig sind. Und nie ging es dabei darum, wieviel Besitztümer der Andere angehäuft hat. Manche Donaldisten haben sich die 10 Schuber der Barks Collection mit Geld aus der Portokasse gekauft, andere sind froh, wenn sie auf dem Flohmarkt alte TGDDs finden. Bei vielen Donaldisten gilt auch beides. Aber es ging immer um den Inhalt des DoKug, nie um dessen monetären Gegenwert.

Ich erinnere mich sehr gut daran, daß einige altgediente Donaldisten überhaupt nicht akzeptieren konnten, als die D.O.N.A.L.D. ein eingetragener Verein geworden ist, und deshalb sogar ausgetreten sind. Ich konnte das teilweise nachvollziehen, aber die rechtliche Form der D.O.N.A.L.D. war mir nie so wichtig, und die Vorteile des Eingetragenseins bei einem Verein mit vierstelliger Mitgliedzahl sind schon enorm. Was mir aber sehr wichtig ist, ist, daß wir uns untereinander ohne soziale Schranken begegnen. Es ist unwichtig, welche akademischen oder sonstigen Titel jemand hat, oder wieviel Geld er auf der Bank hat. Es kommt nur darauf an, ob er donaldistisch denkt!

So, und dann kam da die Ankündigung eines Festmahls für 49,99 € pro Nase nach dem Kongreß. Und die Reaktion einiger Donaldisten in diesem Forum darauf, die besagten, daß diese 49,99 € doch nur ein paar Kröten wären, und daß man sonst doch auch locker 50 Taler pro Nase im Restaurant lässt, wenn man auswärts isst. Das sagte mir einerseits, daß den Organisatoren nicht bewusst ist, daß es auch Donaldisten gibt, für die diese 50 Taler ein echtes Hindernis an der Teilnahme am Festmahl darstellt, und daß es überhaupt keines Festmahles nach einem Kongreß bedarf, sondern nur einer gemütlichen Zusammenkunft mit Essen und Trinken. Und andererseits sagte es mir, daß es Donaldisten gibt, die im Gegensatz zu mir keinen Wert darauf legen, daß auch die Donaldisten, die die 50 Taler für ein Essen nicht bezahlen wollen oder können (und es auch sonst nicht tun), an dieser Zusammenkunft teilnehmen.

Und das alles machte mich sehr nachdenklich. Sind die Werte, die für mich in der D.O.N.A.L.D. wichtig sind, auch für die anderen Donaldisten wichtig? Wohin wollen wir uns entwickeln?

Ich persönlich möchte nicht, daß aus der D.O.N.A.L.D. ein Verein wird, in dem man sich voller Stolz gegenseitig die Fotos von seiner Villa, seinem Pferd und seiner Yacht zeigt. Das wäre nicht mehr meine D.O.N.A.L.D.

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Der Sumpfgnom ()
Datum: 09. Dezember 2022 13:27

Ich besuche das Schwarze Brett fast täglich und erfreue mich über zumeist gelungene Beiträge, ärgere mich aber auch durchaus ab und an. Wie dem auch sei: dieses Brett ist leider nur der Tummelplatz von ein paar Dutzend Donaldisten. Sind wir doch eigentlich weit über 1.000. Daher dies vorweg: die Meinungen, die hier geäußert werden, repräsentieren sicherlich nicht die gesamte D.O.N.A.L.D.

In die D.O.N.A.L.D. einzutreten, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Wie Raskolnikow schon erwähnte: auch ich habe hier Leute getroffen, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Tolle Leute. Leute, deren Bekanntschaft aber auch Freundschaft ich nie wieder missen möchte. Klar, es hat auch mal gerumpelt untereinander, aber das gehört dazu. Letztendlich hat sich doch alles immer wieder eingerenkt.

Mein "Problem" in der D.O.N.A.L.D. sehe ich hauptsächlich darin, dass ich mich oftmals zwischen zwei Stühlen sitzend fühle. Als ich 1992 in den noch nicht eingetragenen Verein eingetreten bin, gab es die D.O.N.A.L.D. schon 15 Jahre. Die ganz wilde Zeit war bereits vorbei, aber gerade auf den Kongressen ging es immer noch deutlich wilder als heute zu. Ich mochte dieses leicht anarchistische Gebaren, es war anders als auf allen sonstigen Veranstaltungen, die ich bis dahin so kannte. Heute ist alles viel friedlicher. Mehr so Kuschelkurs. Alle sollen sich lieb haben, alles muss perfekt durchorganisiert sein. Da ich eher ein ordentlicher Mensch bin, sagt mir das durchaus zu, aber halt auch nicht so richtig. Etwas mehr Dampf, mehr Streitkultur darf es schon sein. Wir sind kein Donni-Duck-Club.

Als RedMifüMi und RedDD versuche ich also immer einen Spagat hinzubekommen. Dem einen ist der DD z.B. mittlerweile zu glatt, zu durchdesignt, andere finden ihn toll.

Auch als Veranstalter habe ich beide Seiten erlebt. Lob und Tadel. Und das erleben jetzt auch die Frankfurter, die ihr erstes Großereigniss planen. Die 50 Euro fürs Abendessen waren sicherlich nicht klug gewählt, aber deswegen gleich die Peitsche zu schwingen, geht auch nicht. Ich bin zuversichtlich, dass sich eine Lösung finden wird.

Wenn jemand mit seiner Villa protzen will, darf er das gerne tun. Die Person fühlt sich dann gut und mir ist es egal. Dann protze ich halt mit meinen 1.000 Ämtern und frage sie nach ihrem Einsatz für die D.O.N.A.L.D. :-)

Die D.O.N.A.L.D. hat sich verändert und wird sich weiterhin verändern. Das ist auch gut so, denn Stillstand bedeutet das Aus. Viva D.O.N.A.L.D.

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: paTrick ()
Datum: 09. Dezember 2022 14:07

Weise Worte, bester Raskolnikow!

Aus der Entscheidung der Veranstalter für einen bestimmten Kongressablauf eine Wertediskussion abzuleiten, finde ich allerdings unangebracht.

Ich habe persönlich vier Kongresse veranstaltet (Karlsruhe, Heidelberg, Basel und Freiburg), und - der Kassenwart sei mein Zeuge - bei JEDEM Essen mit individueller Bezahlung ein Defizit von meist mehreren Hundert Talern erwirtschaftet, denn offenbar ist unter Donaldisten die Zechprellerei keine Straftat, sondern missverstandene Tradition. Wie sieht es denn da mit den Werten aus?
Da kann man die Entscheidung, stattdessen ein Buffet zu wählen, durchaus verstehen und unterstützen.
(Im Übrigen habe ich mit meiner Bemerkung über die paar Kröten nicht den Gesamtbetrag gemeint, sondern das pfennigfuchsende Herunterbeten von Speisekartenpreisen. Da hätte ich exakter sein müssen.)
Nichtdestotrotz wird hier eine Diskussion geführt, die mir hinlänglich bekannt ist. In Karlsruhe 2001 gab es ein Mittagsbuffet für sage und schreibe 16 DM, und selbstverständlich wurde ich des Wuchers gezichtigt.
Die meisten von uns für Anreise, Verpflegung und Unterkunft bei einen Kongress typischerweise Hunderte von Talern aus. Wieso dann eine Wertediskussion über den Preis eines Buffets? Wir wollen nicht wieder zurück zu den Zeiten, wo die Kongresse im Hinterzimmer eine stickigen Kneipe stattfanden, oder wo es kein Wasser, keinen Kaffee, keinen Kuchen gegeben hat. Heutzutage will man an repräsentativen Orten zusammenkommen, wo es Catering gibt und alles aufs Feinste organisiert ist. Die Kongresse sind daher schon seit Jahren der grösste Posten im Kassenbericht, denn das alles kostet eine Stange Geld.

Ich kann als Veranstalter mehrerer Kongresse, Mairennen und Zwischenzeremonie eines sagen (und da bräuchte es mal eine Wertediskussion): Jedes Mal findet sich irgendwer, der was auszusetzen hat. Die donaldische Tradition des "es ist seine Veranstaltung, da kann er machen, was er will" ist spätestens seit der Einführung des Internets verloren gegangen, die es Jedem erlaubt, seinen individuellen Unmut binnen Sekunden herauszuposaunen.
Der haarige Greulix tut das Seine dazu und weidet sich daran, wenn seine Provokationen Früchte tragen. Das wird auch bei diesem Diskussionsfaden über Werte nicht anders sein.

Werter Sumpfgnom, ich bin vollkommen bei Dir. Aber was die Streitkultur angeht, wünsche ich mir oft die analogen Zeiten mit Schreibebriefen zurück.



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.12.22 14:17.

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Donald ()
Datum: 09. Dezember 2022 14:11

Raskolnikow spricht mir hier in allen Punkten aus der Seele.

Ich habe nichtdonaldistischen Freunden sogar oft von dieser herausragenden Eigenschaft erzählt, die uns ausmacht.
Es ist egal, welchen sozialen Status, Bildungsstand oder Geldbeutel jemand hat, uns eint die Liebe zur Forschung an Entenhausen.
Das ist bei den Mitgliedern der Kölner Donaldisten sehr deutlich für mich, aber in aller Regel auch bei der gesamten D.O.N.A.L.D.

Laßt uns weiterhin angeben wie eine Tüte Mücken wenn es um donaldistisches Wissen oder deren Wettbewerbe geht, aber nicht mit materiellen Dingen in unserer Welt.

Ich bin sehr froh darüber, Freunde wie Raskolnikow durch diese außergewöhnliche und weltumspannende Organistaion gefunden zu haben.

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Theodora Tuschel ()
Datum: 09. Dezember 2022 15:07

Ich stimme Raskolnikow in allen Dingen zu. (Wird langsam peinlich, diese Zustimmerei, wie im chinesischen Volkspalast.) Eins der Dinge, die ich an donaldistischen Treffen besonders schätze, ist das Ignorieren außerdonaldistischer Aspekte bei den Mitdonaldisten. Was einer von Beruf ist, wie bedeutend, berühmt, einflussreich ec ec jemand ist - alles unwichtig. Wir duzen uns als Brüder und Schwestern in Donaldo. So soll es sein. Deshalb bin ich auch dafür, alle nicht-donaldistischen Titel im Mitgliederverzeichnis zu streichen. So lange es "Dr. don." nicht gibt, es ist sinnlos, irgendwelche Titel, Abschlüsse, Mitgliedschaften etc. zu nennen. Habe ich schon mal vorgeschlagen, traf aber nicht auf Zustimmung.

Zu paTrick: >>Heutzutage will man an repräsentativen Orten zusammenkommen, wo es Catering gibt und alles aufs Feinste organisiert ist.<<
Da bin ich anderer Meinung. Das ist zwar oft schön (Museum Marta war Spitze!), aber mir wäre insgesamt ein bescheidenerer Rahmen lieber. Es muss nicht immer Kaviar sein. Solche Anspruchshaltung steigert sich mit der Zeit, und jeder Veranstalter meint, es immer toller machen zu müssen. Da bin ich eher für Rückschritt, bzw. für ein bisschen Verzicht.

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Re: Donaldistische Werte
Datum: 09. Dezember 2022 16:05

Quote
Theodora Tuschel
Wird langsam peinlich, diese Zustimmerei, wie im chinesischen Volkspalast.

Ich protestiere energisch! (zufrieden winking smiley ?)

Im Ernst: Danke für diese Exhortation, werter russischer Rauhaarrollmops.

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Re: Donaldistische Werte
Datum: 09. Dezember 2022 17:09

Ich besuche die Kongresse seit 1996. Meine erste Teilnahme war in Bamberg. Wir waren alle jünger als heute, es wurden zahlreiche Betten in der örtlichen Jugendherberge organisiert, abends spielte man im großen Kreis Ruck Duck, vor dem Kongress gab es noch eine kleine Stadtführung, und man traf sich im Polarbären, einer durchaus überschaubaren Lokalität. Dürften ca. 80 Teilnehmer gewesen sein (meine Vermutung, mit 26 Jahren Abstand).

Ein Jahr später war Leipzig. Im Rückblick war das wohl der letzte Kongress der wilden Zeiten, eine Reminiszenz an die Anfangsjahre. Gangolf Seitz wurde ein unbequemer Klapperatismus umgehängt von der PräsidEnte als Revanche für die von ihm initiierte Wahl im Jahr zuvor, Richard Jebe schmierte man als Schnellstrafe Marmelade in die langen Haare, nachdem er zuvor (wie auch später die neugewählte PräsidEnte Alexandra Gerstner) schon an die Heizung gekettet worden war, und die Veranstaltung endete erst weit nach Mitternacht nach langen Diskussionen, unter anderem über die finanzielle Schieflage der Organisation.

Beide Kongresse waren wunderbar. Beide Kongresse kann ich mir heute so gar nicht mehr vorstellen.

Das wunderbar chaotische, anarchische, provokative, das hat man mit 20, 30, 40 mitgemacht. Und es geliebt. Nicht wenige der Teilnehmer haben den 50. Geburtstag aber mittlerweile auch schon hinter sich. Ich finde das auch nicht schön, aber wir werden nun mal alle nicht jünger. Dinge ändern sich im Leben, das ist unvermeidlich. Man muss nicht alles ändern, man muss nicht immer super weit gehen in diesen Änderungen, aber dass etwas ewig so bleibt und funktioniert wie es in der Vergangenheit war, das gibt es nur sehr selten.

Es gibt auch nicht wenige, die sagen, die Kongresse werden immer größer, kleiner wäre doch auch okay. Aber immer, wenn in den vergangenen Jahren mal eine Einzelperson einen Kongress gestemmt hat und es daher naturgemäß etwas sparsamer ausgefallen ist, dann wurde doch schon die Nase gerümpft. Der "Notkongress" 2003 in Oldenburg, den man im Vorjahr Klaus Harms erst beim Nachtreffen an die Backe genagelt hat, weil er nicht vehement genug nein gesagt hat. der Kongress in Schwerin, der ebenso wie Kongresse in Bremen oder Königslutter nicht von einem Stammtisch, sondern im Prinzip von Einzelkämpfern vorbereitet wurde. Ganz ehrlich, ich habe auch schon mal dran gedacht, einen Kongress in Ludwigshafen zu veranstalten, da ich aber weiß, wieviel Arbeit da vonnöten ist, habe ich immer davon abgesehen.

Über die Streitkultur in der D.O.N.A.L.D. wurde auch immer geredet. Auseinandersetzungen zwischen Hans von Storch und Lissy Löffelspecht, Zwistigkeiten zwischen Fritjof Mueller und Thomas Vorwerk, Stichworte wie "Tötet Tante Dittmeyer" oder das generelle "Anpinkeln und verbrennen" und was es auch immer gab. Das wurde in den 90ern und 00ern doch alles sehr viel harmonischer, was ich persönlich auch als sehr angenehm empfinde. Die Zeiten des großen Streits zwischen Norden und Süden vor ein paar Jahren, als sich die beiden verdienten Donaldisten UW und PM zeitweise doch reichlich gegenseitig angifteten, die sind zwar wieder vorbei, aber die empfand ich als nicht-schönen Rückfall in längst vergangene, von einigen verklärte Zeiten.

Bei der finanziellen Schieflage in den 90ern, Rauischholzhausen und der Vereinswerdung, da habe ich potenzielle Knackpunkte gesehen, an denen alles hätte auseinanderbrechen können. Ist zum Glück nicht passiert. Es gab ein Jahr, da war ich kurz davor, den Kongress sausen zu lassen. Hab ich zum Glück nicht gemacht. Die Wogen haben sich größtenteils geglättet, und heute genieße ich meine Abstecher in den Donaldismus wieder wie früher. Auch, wenn es stressig wird. Muss gleich los zum Stammtisch in Frankfurt, morgen ist Stammtisch in Carlsruhe.

Diese "Diskussion" in dem anderen Faden ist auch gerade kein Höhepunkt der Vereinsgeschichte. Die Art und Weise, wie hier teilweise argumentiert wird, die entbehrt in meinen Augen zu häufig jeden Respekts. Für beide Seiten.

Geflügelte Worte erfreuen das Herz der meisten Donaldisten. Alsdann: "Allen Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann."

Duck auf
Alex

Ich bin ein Ukrainer (sehr frei nach John F. Kennedy)

Ungläubiger
Kenntnisnehmer
Russischer
Aggressionen
In
Nahegelegenen
Europäischen
Regionen

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 09. Dezember 2022 17:19

Der Kongress in Basel war für mich der erste, bei dem ein oder zwei Vortragende die Zuhörer sporadisch gesiezt haben, nicht aus Ironie, sondern weil das für sie irgendwie normal war. (Über Rinteln kann ich nichts sagen, da war ich nicht.)

Kurz vorher war Rauischholzhausen: In the middle of nowhere, ein feines Schloss, edler Whisky und ein Schneesturm mit allen Schikanen, bei dem ein SUV von Vorteiil war. Völlig ungeeeignet für so Studententypen, wie wir sie in der heroischen Epoche der D.O.N.A.L.D. waren. Aber die waren auch nicht so besonders erwünscht.

Ich glaube, zu dieser Zeit fing die Gentrifizierung der D.O.N.A.L.D. an, für mich schwer erträglich zu werden. Aber das hängt wohl auch mit der Altersstruktur der Organisation (jetzt ein zackiger Verein, bei dem der Vorstand seine Wahl erst vom Notar beglaubigen lassen muss) zusammen. Alte Herren (m/w/d) lieben es nun einmal, sich mit gestreiften Rubinen zu schmücken.

Ich könnte mir auch einen goldenen Wasserhahn leisten (einen, nicht mehr), ABER ICH WILL NIICHT.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Schlemihl Erpl ()
Datum: 09. Dezember 2022 18:49

Shalom!

50 Taler für ein Bankeet. 50 Taler. Ich lebe hier in Münster von Grundsicherung. 50 Taler. Von diesem Jeld lebe ich jut 2 Wochen. Jeder, der hier Mitstreitenden, hat offensichtlich keine Ahnung, was das bedeutet. Eine Vorstellung hat jeder, klar. Was es aber wirklich bedeutet, keiner!
Eine Frage des Standpunktes, aber aus meiner Perspektive ist die D.O.N.A.L.D. längst ein Verein der besser Verdienenden. Aber unser Land entzweit sich ja immer weiter. Da wirsse meschugge. 50 Taler. Die brauch ich für meine drei Neffen. Bin alleinerziehend! Was für Aussichten sind das?

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Der Haarige Harry ()
Datum: 09. Dezember 2022 18:52

Hochinteressant, die Äußerungen zum Thema 'Donaldische Werte' bretterfahrener Donaldisten hier so gesammelt vorzufinden. Überblickende Beiträge waren dabei, aber leider auch persönlich verletzende: paTrick meint (und dies zum wiederholten Male), am Ende seines Beitrages dem Haarigen Harry eine Extraportion Haß verpassen zu müssen ("Der haarige Greulix tut das Seine dazu und weidet sich daran, wenn seine Provokationen Früchte tragen. Das wird auch bei diesem Diskussionsfaden über Werte nicht anders sein.")

Was kann ich als betroffener Gemeinter davon halten ?
Nun, der Kollege paTrick scheint die Öffentlichkeit seiner Meinung zu brauchen (allein schon jemanden hier auf dem Brett als 'Greulix' zu bezeichnen, halte ich für mehr als grenzwertig). Nein, ich "weide" mich überhaupt nicht bei meinen Stellungnahmen, meine Absicht sind auch nicht "Provokationen".

Ich habe den Eindruck gewonnen, daß es bei uns Donaldisten eine Riege von 'alten Freunden' gibt, die meinen, sich gegen 'Neulinge' schützen zu müssen, gleichzeitig sich selbst äußerst selbstbewußt für unfehlbar halten. Dies würde meinem Wertekanon nicht entsprechen - abgesehen davon, daß ich im Donaldismus kein Neuling bin. Zum anderen gebricht es mir an Lust, mich bei dieser freizeitlichen Liebhaberei mit mir 'Fremden' herumzustreiten. Zumindest halte ich Fairness in der Auseinandersetzung über Wasauchimmer für selbstverständlich und erwarte sie von allen, die daran teilnehmen.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.12.22 20:13.

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Raskolnikow ()
Datum: 09. Dezember 2022 19:01

Ich habe mir durchaus ein paar Gedanken gemacht, bevor ich diesen Faden gestartet habe. Und ich freue mich, daß Ihr Euch so redsam und ehrlich beteiligt.

Es soll aber bitte nicht der Eindruck entstehen (wie er offenbar zumindest bei paTrick entstanden ist), daß ich an den Frankfurtern und ihrem Kongreß herummäkeln will. Deshalb habe ich auch einen eigenen Faden für diese Diskussion aufgemacht, und das Thema nicht an den Kongressfaden angehängt. Das geplante Buffet in Frankfurt war nur der Anstoß für meine Gedanken, mehr nicht. Ich finde es immer wieder bewundernswert, wenn jemand die Mühe auf sich nimmt, einen Kongreß auszurichten, denn ich weiß, weiviel Arbeit dahinter steckt. Und ich bin überzeugt davon, daß die Frankfurter das mit viel Eifer und Hingabe machen, und daß dabei auch ein toller Kongreß herauskommen wird. Ein großer Dank dafür schon jetzt an die G.R.Ü.N.E. S.O.S.S.E.!

Wie gesagt, die Diskussion im Kongreßfaden hat mich nachdenklich gemacht. Die Fragen, die ich am Ende des Ausgangsbeitrags gestellt habe, sind durchaus ernst gemeint und auch ergebnisoffen. Sind die Werte, die für mich in der D.O.N.A.L.D. wichtig sind, auch für die anderen Donaldisten wichtig? Wohin wollen wir uns entwickeln?

Der Frankfurter Stammtisch ist relativ neu. Meines Wissens ist kein Mitglied der G.R.Ü.N.E. S.O.S.S.E lange genug in der D.O.N.A.L.D., um die vom Bürgermeister geschilderten Kongresse, Diskussionen und Streitereien in den 90ern und 00ern miterlebt haben zu können. Und ja, unsere Kongresse werden immer pompöser, und ich sehe auch die von Fräulein Tuschel erwähnte Gefahr, daß diese Anspruchshaltung sich mit der Zeit steigert, und jeder Veranstalter meint, es immer toller machen zu müssen. Nun frage ich mich, ob wir in den letzten Jahren auf den letzten Kongressen genau diesen Eindruck bei den Frankfurtern (und nicht nur dort) hinterlassen haben.

Für mich ist es keinesfalls gegeben, lieber paTrick, daß man unbedingt an repräsentativen Orten zusammenkommen will, wo es Catering gibt und alles aufs Feinste organisiert ist. Ich lege darauf keinen Wert. Meinetwegen können wir auch einen Kongreß in einer Turnhalle veranstalten, und die muß Ende März nicht einmal geheizt sein. Und die Verpflegung können wir auch gerne mit selbstgebackenem Kuchen, selbstgegrillten Würstchen und Getränken aus dem Kasten sicherstellen. Aber ich sehe natürlich auch ein, daß dies bei über 200 Teilnehmern kaum zu organisieren ist.

Und ja, paTrick hat vollkommen recht, wenn er die Zechprellerei und das Herumgemecker aus Prinzip anprangert. Auch da müssen wir uns hinterfragen, ob wir das wirklich wollen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.12.22 19:04.

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Der Sumpfgnom ()
Datum: 09. Dezember 2022 19:23

Quote
Schlemihl Erpl
aber aus meiner Perspektive ist die D.O.N.A.L.D. längst ein Verein der besser Verdienenden.

Ob dies so ist, kann keiner seriös sagen. Hier auf dem Brett tummeln sich nur ein paar Dutzend Donaldisten, auf den Mairennen und Zeremonien sieht man zu 90% immer die gleichen Gesichter. Auf den Kongressen ist es ähnlich, aber da kommen immerhin auch öfters mal "Neulinge" oder MdDs aus der Umgebung vorbei.

Ich kenne geschätzt bestimmt gut 200 Donaldisten persönlich. Also - den einen etwas besser, die andere etwas weniger gut. Das ist ganz schön viel, heißt aber auch, dass ich rund 900 Donaldisten überhaupt nicht kenne. Ob die in Villen wohnen oder unter Brücken hausen, weiß ich nicht. Vermutlich sind die meisten den typischen Durchschnittsbürgern zuzurechnen. Man weiß es nicht. Beziehst du deine Aussage auf die "bekannten" MdDs, ist es aber sicherlich so, dass die wenigsten davon unter freiem Himmel ihr Zelt aufschlagen müssen (außer bei Pfadfinder-Zeremonien).

Wie und wohin sich die D.O.N.A.L.D. entwickelt, liegt an jedem einzelnen. Ich wünschte mir etwas mehr Einsatz von den sog. Karteileichen. Das ist ja das Gute an der D.O.N.A.L.D.: hier kann sich jeder einbringen, Jeder!

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 10. Dezember 2022 04:51

> Das geplante Buffet in Frankfurt war nur der Anstoß für meine Gedanken, mehr nicht.

Was sollen die Samthandschuhe, Edler? Das geplante Buffet ist typisch für die neue D."O."N.A.L.D. Die Frankfurter haben sich am Standard orientiert.

Wer gerne gut isst, der wird das eh ab und zu machen. Der braucht keinen Verein und keinen Kongress dafür.

Barks' Lieblingsessen war übrigens Hackbraten.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Raskolnikow ()
Datum: 10. Dezember 2022 11:42

Quote
Beppo
Was sollen die Samthandschuhe, Edler?
Ganz einfach: weil ich es doof finde, die Leute, die bereit sind, etwas für unsere Organisation zu tun, mit übertriebenem Gemecker blöd von der Seite anzumachen. Dann haben sie nämlich schnell die Schnauze voll und tun bei der nächsten Gelegenheit nichts mehr für uns.

Quote
Beppo
Das geplante Buffet ist typisch für die neue D."O."N.A.L.D. Die Frankfurter haben sich am Standard orientiert.
Und außerdem kann es auch sein, daß ich und meine Vorstellungen einfach nicht mehr zu unserer Organisation passen. Wie der Sumpfgnom schon sehr treffend anmerkte:
Quote
Der Sumpfgnom
Die D.O.N.A.L.D. hat sich verändert und wird sich weiterhin verändern. Das ist auch gut so, denn Stillstand bedeutet das Aus.
Vielleicht will die Mehrheit der Donaldisten ja pompöse Kongresse mit anschließenden luxuriösen Festmahlen. Dann ist das halt so. Dann kann ich zwar noch dagegen anmeckern, aber ich muß es akzeptieren. Und mich entscheiden, ob ich da mitmachen oder mich schmollend in die Besenkammer zurückziehen will.

Die Alternative zu dem Frankfurter Kongreß war übrigens (wenn ich mich recht erinnere) einer in Österreich, wohl in St. Pölten. Da hätte wahrscheinlich schon der Eintritt zum Festmahl Deinen goldenen Wasserhahn gekostet. Leider hatten sich keine Veranstalter für einen Kongreß in einer Turnhalle gemeldet.

Quote
Beppo
Barks' Lieblingsessen war übrigens Hackbraten.
Sehr schön. Und Meat Loaf war auch mein Lieblingsmusiker. Man erkennt sofort die geistige Verwandtschaft.

Nebenbei: Habe ich eigentlich erwähnt, daß bei der ZZ in Bad Oldesloe das durchschnittliche Abendessen a la Carte weniger als 10 Taler gekostet hat? Getränke gab es eh umsonst (auch alkoholhaltige, oh ja!), der Kuchen war selbstgebacken, und Zechpreller hatten wir auch keine. Dafür haben wir klassen- und hemmungslos miteinander getanzt und einfach Spaß gehabt.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.12.22 11:50.

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Frl. Mäuseburg ()
Datum: 10. Dezember 2022 18:17

Welcher Donaldist gibt es als erster zu, daß er, um am Kongreß teilnehmen zu können, das Sparschwein seiner Neffen ausraubt. Da bin ich aber mal gespannt !!

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Hr.Zeilinger ()
Datum: 10. Dezember 2022 18:27

Quote
Frl. Mäuseburg
Welcher Donaldist gibt es als erster zu, daß er, um am Kongreß teilnehmen zu können, das Sparschwein seiner Neffen ausraubt. Da bin ich aber mal gespannt !!

Ich war bei den D.O.N.A.L.D. Veranstaltungen seit ZZ2019 im Harz nicht dabei, weil kein Geld für mein Privatvergnügen zur Verfügung stand.
Sparschweine der Neffen wurden nicht ausgeraubt, auch nicht die Sparbücher der Kinder.

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Re: Donaldistische Werte
geschrieben von: Der Haarige Harry ()
Datum: 10. Dezember 2022 20:56

Sparschwein der Neffen ausrauben: Ihr habt zuviel DD gelesen. Wie Frl. Tuschel am 3.12. im Faden '44. Kongreß' bereits zutreffend darstellte: "Wie immer, wird das hier entweder als Witz oder als Ärgernis gesehen und man bemüht sich, so komisch wie möglich zu sein. Es ist aber ein Problem."
Ob jemand den Seitenhieb 'Ausgeraubtes Neffen-Sparschwein' für komisch hält, bleibt jedem Leser selbst überlassen. Das Problem Talerknappheit beim Frankfurter Kongreß 2023 wird dadurch nicht gelöst. Aber dem Absender wird Witzigkeit garantiert ? - Na, dann: auf zum nächsten bombigen DONALD-Kongreß (muß aber nicht sein, geht auch recht bescheiden. - Von wegen 'Donaldische Werte').



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.12.22 16:26.

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Re: Donaldistische Werte
Datum: 11. Dezember 2022 06:20

Quote
Der Sumpfgnom
Das ist ganz schön viel, heißt aber auch, dass ich rund 900 Donaldisten überhaupt nicht kenne. Ob die in Villen wohnen oder unter Brücken hausen, weiß ich nicht.

Das ist eine traurige Tatsache. Auch paTrick, Orville und den anderen Gründereltern des Alleswisser sind da schon etliche Illusionen abhanden gekommen. Von 100 % Donaldistinnen und -isten sind nur 20% sichtbar und nur 5% wirklich aktiv, würde ich schätzen.

Verdirbt mir das den Spaß an der Sache?

Nein.

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