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Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: quaaak ()
Datum: 25. September 2020 13:21

Hallo,

ich bin zwar mit den Entenhausengeschichten groß geworden, aber eher im LTB-Kontext und bin bis jetzt nur am Rande mit Barks-Alben in Berührung gekommen.
Um mich an dieser Front literarisch weiterzubilden, dachte ich mir, dass ich mir "einfach" mal die Barks-Comics in der gepriesenen deutschen Fuchs-Fassung zulege.
Naja... und wie mir scheint, ist es eben doch nicht so einfach *seufz*

Meine Recherche dazu hat mich eigentlich nur noch verwirrter gemacht und ich dachte... da müssen mal die echten Wissenschaftler und Kenner der Literatur gefragt werden.

Also, was sind nun eigentlich die Unterschiede (Pros und Cons) bei den verschiedenen Kollektionen? (Eventuell gibt es dazu auch schon einen guten Forums-Beitrag?)

Was ich bis jetzt rausfinden konnte, ist, dass es wohl Unterschiede
- in der Übersetzung (verschiedene Fassungen)
- im Print (Kolorierung, Qualität des Drucks)
- im Format (Heft, Taschenbuch, Hardcover in verschiedenen Größen)
- und der Ausstattung (Begleitinfos und Texte oder nur die Comics)
gibt.
Außerdem bin ich mir nicht sicher, wie es mit der Vollständigkeit der Barks-Geschichten in den einzelnen Veröffentlichungs-Kollektionen ist.

Letztendlich bin ich nun etwas überfordert, wie welche Zusammenstellung ist und wie diese bzgl. der Qualität zu bewerten sind.

Gefunden habe ich bis jetzt diese Editionen:
- Barks Library (1993-2004) [1]
- Barks Comics & Stories [1]
- Carl Barks Collection [1]
- Entenhausen-Edition - Donald von Carl Barks [1]
- Carl Barks - Egmont Comic Collection [2]
- LTB Classic Edition - Die Comics von Carl Barks [3]

[1] [de.wikipedia.org]
[2] [www.hugendubel.de]
[3] [www.egmont-shop.de]

Könnt ihr mir hier weiter helfen?

Viele Grüße



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.09.20 13:46.

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
Datum: 25. September 2020 18:56

Das größte Problem bei dem Vorhaben, mal eben Barks auf Deutsch zu erwerben, möglichst komplett, wird mit der schieren Menge zu tun haben. Gibt halt nun mal wieviel? Ca. 6500 Seiten? Mehr? Weiß ich selber nicht genau.

Ideal: MM-Hefte aus den 50ern, 60ern, 70ern, teilweise einzelne Nummer später. Dazu ergänzend TGDD 1-150. Das wird aber sehr langwierig.

Einfacher, aber nicht notwendig preiswerter, sind die diversen Sammlungen, die alle ihre eigenen Vor- und Nachteile haben.

Da du nach eigenen Angaben mit den LTBs eingestiegen bist, fang doch einfach mit den derzeit erscheinenden LTB Classic Editionen an. Acht Bände erschienen, geht offensichtlich weiter. Nicht die beste Ausgabe, da das Format kleiner ist als bei den anderen Ausgaben, aber dafür bekommt man in hinreichend kurzer Zeit für relativ wenig Geld relativ viele Comics.

Was die Qualität der Präsentation, Text, Druck und was auch immer sonst noch betrifft, so schwärmen viele Donaldisten von den Klassik-Alben, die jedoch nicht mal die Hälfte vom Gesamtmaterial abdrucken konnten, bevor sie eingestellt wurden. Aber irgendwas ist ja immer.

Ich persönlich lese die Berichte am gernsten in den TGDDs. Aber das ist eine persönliche Vorliebe.

Duck auf, Alex

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 25. September 2020 20:01

Quote
Bürgermeister von Timbuktu
Da du nach eigenen Angaben mit den LTBs eingestiegen bist, fang doch einfach mit den derzeit erscheinenden LTB Classic Editionen an. Acht Bände erschienen, geht offensichtlich weiter. Nicht die beste Ausgabe, da das Format kleiner ist als bei den anderen Ausgaben, aber dafür bekommt man in hinreichend kurzer Zeit für relativ wenig Geld relativ viele Comics.

*beipflicht* Den gesamten Barks für wenig Geld. Und die Reihe ist bald vollständig. Für Einsteiger toll, gerade wenn sie aus der LTB-Szene kommen und das Kleinformat gewohnt sind. An Sehschwäche sollten sie freilich nicht gerade leiden, bei vier Reihen sind die einzelnen Bilder ja kleiner als bei der normalen LTB-Geschichte.

Die Entenhausen-Edition bietet im Prinzip das gleiche, nur im Album-Format. Allerdings dauert es noch eine Ewigkeit – zehn Jahre oder mehr! –, bis der Verlag hier zu Potte gekommen sein wird und die Reihe endlich durch ist. Und die älteren Alben sind heute schon wieder längst vergriffen und werden im Netz schon zu teils absonderlichen Preisen gehandelt, wenn ich recht sehe. Blut, Schweiß und Tränen sind wahrscheinlich schon drin, wenn man sich das Ding neu zusammenkaufen will.

Wenn man's doch gediegener und edler mag, sind die fünf Hardcover-Reihen, die im oben verlinkten Wikipedia-Artikel unter "Neuausgaben der Barks Library" gelistet sind, eine gute Wahl. Die Sache ist für Außenstehende etwas verwirrend: Deise fünf Reihen laufen unter eigenen Reihentiteln, ohne daß es einen übergeordneten Titel gibt – Du, quaaak, bist hier auch durcheinandergekommen, indem Du oben zwei dieser Reihen als Editionen angegeben hast. Aber die fünf Reihen gehören ihrer Machart nach klar zueinander und bilden zusammen eine vollständige "Hardcover-Barks-Library". Und, nicht unwichtig, sie sind, soweit ich weiß, noch alle vollständig lieferbar.

In diesen drei Editionen (LTB Classics, Entenhausen-Edition, "Hardcover-Barks-Library") bekommt man das Barks-Werk nackt. Die Barks Library und die Carl Barks Collection nun enthalten darüber hinaus einen ganzen Haufen prächtiges Zusatzmaterial: Analysen, Essays, Biographisches zu Barks und vieles mehr. Ob Du das willst und brauchst, weiß ich nicht. Das ist eher "Barks für Fortgeschrittene". Und um es kurz zu sagen: Von diesen beiden Super-Editionen halte ich die Carl Barks Collection für die bessere, überlegene und edlere. Vergriffen sind bis auf einzelne Bände und Schuber alle beide. Wobei es wahrscheinlich die größere Blut-Schweiß-und-Tränen-Angelegenheit ist, sich die aus 133 Alben bestehende Barks Library zusammenzukaufen als die in zehn Schubern zu je drei schweren Büchern vorliegende Carl Barks Collection.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.09.20 20:02.

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: Henriette Henne ()
Datum: 25. September 2020 20:25

Quote
Bürgermeister von Timbuktu


Ich persönlich lese die Berichte am gernsten in den TGDDs. Aber das ist eine persönliche Vorliebe.

Ich ebenfalls, aber bei einem Stammtisch, auf dem wir einen Bericht besprochen haben musste ich feststellen, dass dort einzelne Panels ausgelassen wurden. Was mich zutiefst verstört hat...
Da ich die neueren Barks Ausgaben vollständig habe nehme ich derzeit eher die Alben der Barks Library aus den 1990er Jahren.

@Quaak:
- Es gab vom zeitlichen her glaube ich in den 1980ern schon mal eine Barks Library ohne Farbe und nur in englisch (falls ich richtig informiert bin). Die habe ich aber nicht und da müsste jemand anders was drüber sagen.
- In den 1990er Jahren wurden dann alle Barks Geschichten in Albenform neu veröffentlicht, und zwar auf deutsch und auf englisch. Die Deutschen mit Erika Fuchs Texten (ich weiß aber nicht welche Version - von manchen Geschichten gab es von Seiten von Frau Fuchs Korrekturen, und ich vermute die Alben enthalten die neueren Versionen). Die Alben wurden nach den US Ausgaben kategorisiert, in denen die Geschichten Berichte ursprünglich erschienen sind. Das waren "Walt Disney's Comics & Stories" (im Deutschen 51 Alben), Donald Duck (26 Alben), Onkel Dagobert (38 Alben). Dazu gab es noch einige Spezialalben mit anderen Figuren, die wohl in anderen Comics zuerst berichtet wurden: Fähnlein Fieselschweif (7 Alben) Daniel Düsentrieb (6 Alben), Oma Duck, Daisy Duck und Barney Bear (je 2 Alben). Dazu noch ein Album mit Weihnachtsgeschichten. Das ist inzwischen meine Lieblinsquelle. Alle Barks Berichte sind in diesen 135 Alben enthalten. Die Colorierung finde ich schöner als in den Originalheften (das ist aber Geschmackssache) und es gibt noch den einen oder anderen Titel dazu.
- In den frühen 200ern wurden alle Geschichten (außer Barney Baer) dann noch in gebundenen Büchern in der Ehapa Comics Collection herausgegeben. Nachgemessen habe ich nicht, aber die Bücher kommen mir etwas kleiner vor im Format als die Alben - das kann aber täuschen. Die Bücher haben schöne Motive auf dem Rücken. Es gibt 17 Bände Comics & Stories. 9 Bände Donald Duck, 14 Bände Onkel Dagobert, 1 Band Daisy & Oma Duck und 2 Bände Fähnlein Fieselschweif. Die sehen im Regal besonders schön aus wegen dem Motiv auf den Buchrücken.
- Die Barks Collection kam in den frühen 2000ern heraus, da wurden die Barks Berichte in 10 Schubern mit jeweils 3 Bänden heraus gegeben, soweit ich weiß chronologisch, und da sind auch noch ein paar neu gefundene Geschichten dabei. Insgesamt ist das die vollständigste Ausgabe.Auch die sind schön coloriert und mit vil Zusatzmaterial in Form von Artikeln, Interviews etc. Die Collection ist auf 3333 Exemplate limitiert und es gab ein Zertifikat dazu, und ich habe noch ein paar Drucke dazu bekommen. Aber durch die dicken Schuber und Bücher fand ich diese Ausgabe immer etwas unhandlich.

Das sind die abgeschlossenen Sammlungen. Wenn du alles von Carl Barks vollständig haben willst und viel Geld hast kannst du dir eine dieser Sammlungen zulegen. Bis auf die ganz alte Barks Library sind die noch problemlos über Händler oder in der elektronischen Bucht zu bekommen.

Inzwischen wurden wieder Neuausgaben angefangen:
- In englisch von Fantagraphics Books. Zur Zeit gibt es dort 22 Bücher. Leider kann man nicht direkt beim Verlag bestellen (zumindest nicht wenn man außerhalb der USA lebt). Ich hab die Bücher bisher alle bei den Amazonen bekommen.
- In deutsch wurden die Berichte in Albenform in der Entenhausen Edition veröffentlicht. Bisher gibt es glaube ich 63 Alben. Ich denke, die sind ähnlich wie die Barks Library in Albenform. In welcher Reihenfolge die Geschichten dort gedruckt werden weiß ich nicht.
- Die Barks Classics ist die allerneueste Reihe. Durch das Taschenbuchformat mussten da wohl die Panels auf den Seiten anders angeordnet werden als in den Alben. Aber dafür liegen die kleineren Taschenbücher besser in der Hand zum Lesen. Da gibt es bisher 8 Taschenbücher, die Sammlung ist also noch ziemlich am Anfang.

Das Nachteil hier ist, dass sie noch nicht vollständig sind. Der Vorteil, dass man die Berichte in kleinen Dosen bekommt und dann immer grad mal das neueste Album oder Taschenbuch lesen kann und irgendwann (hoffentlich) mal alle Berichte vollständig hat. Außerdem zahlt man hier noch keine "Sammlerpreise" für einzelne Ausgaben und man kann die Kosten noch gut verteilen, wenn alle paar Monate mal ein neuer Band raus kommt. Ich glaube die neuen Alben sind auch billiger als die CBL Alben der 1990er - im Preis und in der Aufmachung.

Wenn man die Barks Berichte in ihren ursprünglichen Veröffentlichungen haben will, dann muss man am besten eine Liste machen wo welche Berichte erschienen sind und die Hefte/Alben dann suchen. Der Nachteil hier ist, dass die älteren Hefte nicht mehr so häufig zu finden sind und je nachdem auch ziemlich teuer. Ich finde die Farben in den Micky Maus Heften auch etwas verwaschen. Und es ist meiner Meinung nach auch aufwändiger hier alle Berichte zusammen zu bekommen.

Was am besten ist, das ist Geschmackssache. Ich denke, da hat jeder seine Vorlieben. Ich habe viele der alten Micky Maus Hefte, TGDD und alle KA, aber wenn ich heutzutage nach einem bestimmten Bericht suche greife ich fast immer zu den CBL Alben der 1990er, die ich sowohl in deutsch als auch in englisch habe.

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 25. September 2020 20:41

Quote
Henriette Henne
In den 1990er Jahren wurden dann alle Barks Geschichten in Albenform neu veröffentlicht, und zwar auf deutsch und auf englisch. Die Deutschen mit Erika Fuchs Texten (ich weiß aber nicht welche Version - von manchen Geschichten gab es von Seiten von Frau Fuchs Korrekturen, und ich vermute die Alben enthalten die neueren Versionen).

Nee, genau umgekehrt. Die Barks Library enthält Fuchsens Ersttext. Nach dem, was ich gehört habe, waren es damals, Anfang der Neunziger, sogar einige Donaldisten, die das durchgesetzt haben (Grote?) – was dann auch prompt bei vielen auf Kritik gestoßen ist, die meinten, Fuchsens Letztfassung sei als die bessere und die endgültige vorzuziehen.

Die Carl Barks Collection enthält demgegenüber Fuchsens Letztfassung. Ebenfalls findet sich diese in allen aktuell erhältlichen Bänden der "Hardcover-Barks-Library", in der Entenhausen Edition und in den LTB Classics.

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: Lumpenleo ()
Datum: 25. September 2020 22:56

Quote
Coolwater
... Fuchsens Letztfassung. Ebenfalls findet sich diese in allen aktuell erhältlichen Bänden der "Hardcover-Barks-Library", in der Entenhausen Edition und in den LTB Classics.

Das ist so nicht richtig. Auf der letzten Seite der Entenhausen-Edition steht zwar wörtlich u. a. „… und in der klassischen Übersetzung von Dr. Erika Fuchs.“

Aber zum Beispiel wird Donald in der Schlußsequenz von WDC 100 (Die Schulschwänzer) in der Entenhausen-Edition Nr. 14 zitiert mit „Muss schreibt man übrigens mit Doppel-s, meine Herren.“

Auf meine Anfrage an den Verlag („Existiert eine bisher geheime weitere Originalübersetzung („klassische Übersetzung“) von Frau Dr. Fuchs oder wie passen redaktionelle Aussagen und Abbildungen in dieser Entenhausen-Edition zueinander?“) erhielt ich eine sehr aufschlußreiche Antwort: „Hier Input für die Antwort: … Dr. Erika Fuchs hat im Laufe ihrer Verlagstätigkeit einen Teil ihrer Übersetzungen zu einem späteren Zeitpunkt selbst erneut redigiert. Daher kann es sein, dass teilweise verschiedene Versionen vorhanden sind – alle stammen jedoch aus ihrer Feder. Viel Spaß weiterhin etc etc“

Ich glaube aber nur an die Original-Texte Fuchs 1 und Fuchs 2
(1) ÜBRIGENS, TICK, ORDNUNG SCHREIBT MAN MIT EINEM „D“ !
(2) Muß schreibt man übrigens mit einem „ß“, meine Herren.

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 25. September 2020 23:57

Quote
Lumpenleo
Das ist so nicht richtig.

Das stimmt. Grundsätzlich gilt für alle modernen Barks-Editionen, daß sie, was die Fuchstexttreue betrifft, Fehler, Verfälschungen und Vergeigungen verschiedenster Art aufweisen. Ich wollte dieses Faß oben nicht aufmachen, weil das wieder vom Hundertsten ins Tausendste führt. So unerfreulich sie sind, aber man kann der Ansicht sein, daß die Fuchtstextabweichungen in den modernen Barks-Editionen insgesamt nicht ins Gewicht fallen.

Ich habe mir den Schulschwänzerbericht in Entenhausen-Edition Nummer 14 gerade gesehen. Da ist jemand im Verlag Amok gelaufen. Nicht nur im letzten Bild, sondern, wie es scheint, im gesamten Bericht ist die ss/ß-Schreibung an die neue Rechtschreibung angepaßt worden – jedoch nicht im ersten Bild, wo "muß" steht. Was soll der Scheiß? Ich hoffe, dafür hat jemand Prügel empfangen. Die übrigen Berichte im Album zeigen korrekte alte Rechtschreibung. Sehe beim Blättern überall "daß", "muß", "laßt".

In der Carl Barks Collection, von der die Entenhausen-Edition Text und Lettering ja eigentlich einfach übernimmt, ist bei den Schulschwänzern Gott sei Dank alles in Ordnung.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.09.20 19:47.

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"ß" oder "ss":
geschrieben von: duck313fuchs ()
Datum: 26. September 2020 07:34

Auch Frau Dr. Fuchs hat immer mal wieder in ihren Bearbeitungen "ß" durch "ss" ersetzt, wie an diesem Beispiel aus 1970 zu sehen ist:




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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 26. September 2020 17:19

Die zweite Form ist nach dem alten Duden richtig. Das macht man so bei ich ess', ich lass', ich hass' und so fort, natürlich mit Apostroph.

Ob Frau Fuchs da irgendwas bearbeitet und ersetzt hat, sei mal dahingestellt. Der Text ist ja ansonsten identisch (jedenfalls in dem Bild), und irgend jemand anders (Kabatek?) hat das vor Druck sicherlich Korrektur gelesen. Vielleicht hat sie schon 1958 lass' übermittelt, und jemand hat's fehlkorrigiert.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.09.20 17:19.

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Re: "ß" oder "ss":
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 26. September 2020 17:33

Kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen? "laß" bzw. "lass'" ist doch die verkürzte Form von "lasse". Zwischen 1958 und 1970 gab es ja keine größere Rechtschreibreform. Was wäre dudenmäßig korrekt gewesen? Vielleicht sogar beides?

Ich hab' das Lesen und Schreiben in Hessen nach der Ganzwortmethode gelernt. Das macht mir heute noch manchmal Probleme.

Sorry, während ich das geschrieben habe, hat Coolwater schon geantwortet.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.09.20 17:37.

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Re: "ß" oder "ss":
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 26. September 2020 18:01

Quote
Beppo
Kann mir mal jemand auf die Sprünge helfen? "laß" bzw. "lass'" ist doch die verkürzte Form von "lasse". Zwischen 1958 und 1970 gab es ja keine größere Rechtschreibreform. Was wäre dudenmäßig korrekt gewesen? Vielleicht sogar beides?

Kurz: Nach dem Altduden macht man bei der Befehlsform keinen Apostroph: Mach! Hol! Scheiß! Dagegen: ich mach', ich hol', ich scheiß'.

Befehlsform: Iß! Haß! Laß! Dagegen: ich ess', ich hass', ich lass' (der Apostroph ersetzt ja das e von ich esse, ich hasse, ich lasse)

Das mit ich lass' und so weiter steht auch im Duden, und es war schon 1958 so, aber man muß es wissen. Wer es nun nicht weiß und die alten ß/ss-Regeln intus hat, wird gegen Formen wie ich lass' erst einmal einen Abwehrreflex haben. Er wird sich sagen, das kann doch nicht richtig sein, und vielleicht erst einmal schreiben: ich laß'. Dann aber ist der Apostroph irgendwie doof, weil er, das ausfallende e markierend, ja bedeuten würde, apostrophlos lautete es: ich laße. Also Flucht zu: ich laß (in der Tat auch besser als ich laß').

Schon im Fraktur-Duden von 1941: ſſ ſteht als Zeichen des ſtimmloſen S-Lautes nur inlautend nach kurzem Selbſtlaut, und zwar auch, wenn ein ſchließendes e durch Auslaſſungszeichen erſetzt ist: die Meſſe, ich meſſe, ich meſſ'.

Das versteckt sich aber in den "Vorbemerkungen" im Teil "I. Zur Rechtschreibung" unter "3. S-Laute", während sich im Wörterverzeichnis bei Wörtern wie meſſen, laſſen und so weiter kein Hinweis dazu findet, daß man ich meſſ' und ich laſſ' schreibt. Und, dieser Regel unkundig, in Fraktur ich laſſ' zu schreiben, wird man in der alten Rechtschreibung noch größere Hemmungen haben als in Lateinschrift ich lass'.

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: quaaak ()
Datum: 26. September 2020 18:36

Hallo,

erstmal vielen Dank für die Aufklärung allerseits :-)
Jetzt habe ich schon mal verstanden, was es mit den einzelnen Editionen auf sich hat!
Vermutlich wirds bei mir am Ende darauf hinaus laufen, dass ich mir gebraucht und schrittweise die Softcover-Alben zulegen werde. Welche Variante genau, hängt vermutlich von den Preisen ab ;-)

Viele Grüße und vielen Dank!!

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 27. September 2020 18:58

> ..., aber man muß es wissen.

Vielen Dank für die Belehrungen. Deutsche Grammatik und Rechtschreibung ist viel schwerer als Donaldismus.

Ich denke mal, dass es früher bei Ehapa in Stuttgart immer noch einen gab, der bei den Fuchstexten Korrektur gelesen hat. Beziehungsweise eine, die. War sicher eine Frau. Anschließend hat man dann mit einer Art größenwahnsinniger Schreibmaschine den Satz erledigt. Da wollte man ja einen halbwegs sauberen Text als Vorlage haben. Die Tussi von 1970 hat die Feinheiten vielleicht besser beherrscht als die Tussi von 1958.

Erika Fuchs durfte/musste sicher keine Endkorrektur machen. Sie war ja auch ein alter Wandervogel wie die Araber. Da hätte sie ein dicker Brief pro Woche gar nicht regelmäßig erreicht.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!

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Re: "ß" oder "ss":
geschrieben von: Pankranz Piepenström ()
Datum: 27. September 2020 20:31

Lieber Genosse Kühlwasser,

interessehalber erlaube ich mir eine vom Thema abschweifende Nachfrage:
Wie um alles in der Welt bekommt man das "lange s" in einen getippten Text?

Viele Grüße
P.P.

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Re: "ß" oder "ss":
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 27. September 2020 21:28

Quote
Pankranz Piepenström
Lieber Genosse Kühlwasser,

interessehalber erlaube ich mir eine vom Thema abschweifende Nachfrage:
Wie um alles in der Welt bekommt man das "lange s" in einen getippten Text

Die Methode Kühlwaſſer (Leitſatz: "Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht?"): Man klaue mit "Copy" das "ſ" irgendwo – zum Beiſpiel vom Wikipedia-Artikel "langes ſ" – und ſetze es mit "Paſte" jedesmal einzeln ein – gewiß nicht die ökonomiſchſte Vorgehensweiſe, wenn man plant, einen ganzen Roman mit dem Buchſtaben zu ſchreiben.

In dem verlinkten Wikipedia-Artikel findeſt Du unter Punkt 5 den Abſchnitt "Darſtellung in Computerſyſtemen und Erſetzung". Ich habe mich damit noch nie wirklich auseinandergeſetzt. Von den dort angegebenen Taſtenkombinationen für "ſ" funzt auf meinem Mäckbuck direkt nix. Irgendwie einstellen, daß man den Buchſtaben einfach zur Verfügung hat, läßt ſich's aber ſicherlich, habe dazu zum Beiſpiel dieſe Seite gefunden.

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Re: "ß" oder "ss":
geschrieben von: Pankranz Piepenström ()
Datum: 27. September 2020 22:00

Danke, Gevatter!
In Microſoft Word funktioniert die Erſetzung mit „Alt-383“, ſo wie im Artikel angegeben, tatſächlich.
In der Forenſoftware hier leider nicht, da kommt stattdeſſen ein Häuschen.

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 27. September 2020 23:37

Quote
Beppo
Ich denke mal, dass es früher bei Ehapa in Stuttgart immer noch einen gab, der bei den Fuchstexten Korrektur gelesen hat.

Davon ist auszugehen. Aber selbst wenn im Verlag kein Schwein mehr einen Blick auf Fuchsens Manuskript geworfen hätte – einer stand immer zwischen dem Fuchs-Manuskript und dem fertigen Heft: der Setzer.

Heute erstellt man Manuskripte mit Textverarbeitungsprogrammen wie Word am Elektronengehirn. Das liest einer oder auch nicht. Um daraus ein Buch, eine Zeitschrift oder irgendwas zu machen, saugt der moderne "Setzer", der keiner mehr ist, den Text mit einem Knopfdruck aus dem Word-Dokument ab, mit einem zweiten läßt er ihn bei InDesign, oder womit immer das Druck-Erzeugnis gestaltet wird, einfließen. Um den Text selber muß er sich dabei im Zweifel nicht scheren. Bis das Druck-Erzeugnis fertig ist, hat einer den Text gelesen oder auch nicht. Schlägt man heute ein Buch auf, das aus irgendeiner Klitsche von Verlag kommt, und es wimmelt nur so von Fehlern, kann man getrost annehmen, daß es die höchstpersönlichen Fehler des Verfassers sind.

Nicht so in den alten Berichten. Fuchs schrieb ihre Manuskripte mit der Maschine. Die Texte mußte der Setzer neu setzen, also einmal "abschreiben". Im günstigen Fall hat er dabei auch die Rechtschreibung und Zeichensetzung berichtigt. Das taten in alten Zeiten die besseren Setzer, in den besseren Druckereien. Im ungünstigen Fall hat der Setzer neue Fehler in die Texte hineingebracht. Findet man in den alten Abdrucken der Berichte einen eindeutigen "Tippfehler", kann man sich sicher sein, daß er auf das Konto des Setzers geht (Setzfehler). Vermutlich waren Fuchsens Manuskripte auch nicht frei von eindeutigen Tippfehlern, aber die hat hoffentlich der Setzer ausgemerzt.

Gerne wüßte ich, wie der Ablauf war, wenn ein Fuchs-Manuskript im Verlag eintrudelte. Ich gehe davon aus, daß man sich nicht blind auf die Frau Doktor verlassen und den Text unbesehen an die Druckerei, also den Setzer, weitergeleitet hat. Ich vermute, erst einmal hat sich ein Redakteur (für die Frühzeit: Kabatek) das Ganze zu Gemüte geführt und gegebenenfalls gleich mit der Hand Korrekturen und – "horribile dictu" – andere Änderungen gemacht. Ließ man das Manuskript noch einmal neu ins Reine tippen, bevor es zum Setzer weiterwanderte? Die Sprechblasen-Textmenge für ein Micky-Maus-Heft ist nicht so irre viel, aber es wäre Doppelarbeit, und Abtippen wäre ein Quell von neuen Fehlern.

Die unterstellte, aber sehr wahrscheinliche Schlußkorrektur ging man im Verlag sicherlich erst anhand der Korrekturfahnen an, die aus der Druckerei kamen, mit dem in den Sprechblasen gesetzten Text. Nur so ließen sich mögliche Fehler berichtigen, die erst der Setzer in den Text hineingebracht hat, und nur so ließen sich auch die Trennungen überprüfen und gegebenenfalls berichtigen.

Es ist bedauerlich, daß zu Lebzeiten Adolf Kabatek oder auch Dorit Kinkel – die ja immerhin seit den siebziger Jahren in der Redaktion mitmischte – zu diesen Dingen mal nie sauber ausgequetscht worden sind. Einmal ausführlich und in allen Einzelheiten erzählen, wie der weitere Lebensweg eines Fuchs-Manuskriptes aussah, wenn es im Verlag eingetroffen war, und wer wann redigierte und korrigierte – das wär's gewesen. Alle Welt interessierte sich immer für den Fuchstext und für Fuchsens Eingebungen, Anregungen, Offenbarungen – aber was zwischen fertigem Fuchs-Manuskript und gedrucktem Heft noch geschah, bleibt nebelhaft.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.09.20 23:38.

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 28. September 2020 09:17

> ... Adolf Kabatek
> ... Dorit Kinkel

Kabatek war Verlagskaufmann, Kinkel war gelernte Chemielaborantin und spätere Stewardess (hatte also umgangssprachliche Englischkenntnisse). Rein biographisch vermute ich mal, dass beide den Duden nicht in- und auswendig kannten. Erika Fuchs vermutlich auch nicht. Die war Kunsthistorikerin. (Wenn unsereine studiert, dann hat sie was davon.)

Ich konnte mal anlässlich einer analogen Auktion uralte Druckvorlagen von Fix und Foxi anschauen. Da waren die Comic-Texte auf Papier ausgedruckt und in die Sprechblasen eingeklebt worden. Ich nehme mal an, Ehapa hat es ähnlich gemacht. Der Satz fand im Haus statt. Jedenfalls für die Comics.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 28. September 2020 13:10

Quote
Beppo
Ich konnte mal anlässlich einer analogen Auktion uralte Druckvorlagen von Fix und Foxi anschauen. Da waren die Comic-Texte auf Papier ausgedruckt und in die Sprechblasen eingeklebt worden. Ich nehme mal an, Ehapa hat es ähnlich gemacht. Der Satz fand im Haus statt. Jedenfalls für die Comics.

Mag so gewesen sein. Neu abgetippt worden für den Satz sind die Dinger dann aber auch. Ob das noch wie zu Gutenbergs Zeiten ein Kerl in der Druckerei mit Bleibuchstaben macht oder im Verlag jemand an einem modernen Schreibgerät, tut als solches nichts.

Der Haus-Setzer und (einzige?) (Schluß-)Korrektor war dann vielleicht ein und der gleiche Mensch. Allerdings würde ich darauf nicht wetten wollen. Das Neuabtippen/Setzen plus Einkleben und das Korrekturlesen sind der Sache nach ja zweierlei. Eine gründliche Korrektur ließ man dem Gesetzten aber mit Sicherheit schon vor dem Einkleben angedeihen, eine ganze Zeile wegen eines Fehlers neu einzukleben, damit hätte man ja einen Aufwand.

Obwohl das in der Praxis sicherlich oft genug vorkam. Man stößt in den Sprechblasen immer wieder auf Kommas und Apostrophe, die aus dem gewöhnlichen Satz herausfallen und klar erst im nachhinein handschriftlich eingefügt wurden. Kommas und Apostrophe sind Fliegendreck, da geht das leicht. Fand man in der Schlußkorrektur des Eingeklebten dagegen immer noch ein Wort falsch geschrieben, hieß es wohl, zumindest einen Buchstabe neu einzukleben oder eben eine ganze Zeile.

Kabatek und Kinkel hätten vor allem damit rausrücken sollen, wer die Mister oder Misses Ixe sind, die derlei Arbeiten taten. Ich will hoffen, daß Kabatek nicht hier und da ein bißchen redigierend in Fuchsens Texten herumgefuhrwerkt hat. In späteren Jahren küßte auch ihn die Muse (Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe). Er glaubte hoffentlich nicht schon in den Fünfzigern und Sechzigern, es besser zu wissen, wenn er ein Fuchs-Manuskript in Händen hatte.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.09.20 13:15.

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Re: Welche Barks Collection, Library, Edition, WasAusImmer???
geschrieben von: ju313 ()
Datum: 29. September 2020 16:18

Ich habe mal versucht, in einer Tabelle die verschiedenen Bark Ausgaben zusammenzustellen:


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