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Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: ju313 ()
Datum: 25. August 2020 14:48

Hallo zusammen,

es gibt ein neues Buch über Carl Barks. Ist wohl ein Sonderband im Rahmen der Micky Maus Enzykopädie. Ich habe den Band gerade bei ebay gekauft. Ich habe das Buch noch nicht bei Amazon gefunden, nur in der Sammlerecke als Vorbestellung:

Carl Barks und seine große Kunst

Der Verkäufer, von dem ich es gekauft habe, hat die Enzyklopädie als Abo und bekommt wohl die Bände vorab - ist aber primär an den MM Jahrgängen interessiert.
Bin mal gespannt - die Fotos bei ebay sahen interessant aus.

Mit donaldischen Grüßen

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 25. August 2020 18:40

Quote
Sammlerecke
Dieser Artikel ist leider nicht mehr verfügbar!

Auflage ein Stück? confused smiley

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: ju313 ()
Datum: 25. August 2020 19:19

Scheinbar hat der Artikel eine neue Webseitenadresse bekommen.

Ich habe den Link oben aufgerufen - es kam wie beschrieben "Dieser Artikel ist leider nicht mehr verfügbar!". Dann oben im Suchbegriff Carl Barks eingegeben - es kommt eine Liste im Fenster - gleich der erste ist Micky Maus Enzykopädie 4.

Hier die Adresse:

Carl Barks und seine große Kunst

Ich hoffe, das bleibt jetzt stabil smiling smiley

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 25. August 2020 19:52

Ja, jetzt isses zu sehen.

Wenn ich die Beschreibungen und Bewertungen zu dieser sogenannten Micky-Maus-Enzyklopädie auf Amazon so lese, bestehen die Bände im wesentlichen aus Scans der Titelseiten und Rückseiten sowie von ausgewählten Seiten aus dem Inneren der Hefte.

Der Barks-Band dürfte also auch in der Hauptsache Scans von Barks-Einzelseiten – von mir aus auch von ganzen Berichten – aus alten Micky-Maus-Heften enthalten. Da ich den Barks schon zehnfach habe, eher nix für mich, jedenfalls nicht für 99 Euro.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Der Sumpfgnom ()
Datum: 25. August 2020 19:58

Man kann das Buch auch auf der Seite des vertreibenden Verlages anklicken (und dort auch erwerben):
[www.comicselection.de]

Dessen Jungs und Mädels scheinen von ihrem Produkt sehr überzeugt. Selten soviel "Sich-selber-auf-die-Schulter-klopf" gelesen. Wird als Buch der Bücher angepriesen...

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 25. August 2020 20:16

Quote
ComicSelection
DIESES BUCH IST GOLD WERT! Deshalb hat es auch Gold-Status und der Buchtitel ist aus reinem Gold!!

Mittwoch, der 19. August war ein echter Feiertag für Disney-Fans:

Band IV der Micky Maus-Enzyklopädie wurde am 19. und am 20. August 2020 komplett ausgeliefert!

Der Band stellt einen neuen Höhepunkt in all unseren Buchproduktionen dar. Und das sind stolze 19.

Und unser Autor sagt: "Das Beste, was ich jemals kreiert, recherchiert und zu Papier gebracht habe!"

Und das haben wir uns zu Herzen genommen und das Cover mit einem Buchtitel in echter Gold-Metallic-Prägung ausgestattet, was den hohen Stellenwert bereits nach außen plastisch verdeutlicht!

Nach der Top-Neuheit des Jahres 2019 ist bereits in diesem Sommer 2020 Band 4 der berühmten Micky Maus-Enzyklopädie erschienen! Unser Autor hält dieses Werk für das mit Abstand beste Buch, das er jemals kreiert, recherchiert, bebildert und getextet hat. Und das aus einem bestimmten Grund; denn der Band hat einen besonderen Schwerpunkt aufzubieten - nämlich Disney´s Paradezeichner und Ausnahmekünstler: Carl Barks. Ein Zeichner, den der Autor und Millionen Donald Duck-Liebhaber auf der ganzen Welt seit eh und je besonders schätzen und lieben. Der Band wurde bereits an alle Abonnenten und Direkt-Besteller vom Verag zum Preis von € 99,- ausgeliefert, kann aber auch jetzt noch problemlos nachgeordert werden.

( Anmerkung der Redaktion: Ein beeindruckendes Buch wie dieses über die Zeichenkunst eines Comic-Künstlers haben wir noch nie und nirgendwo auf der Welt gesehen! )

Dieses Buch ist auch mit keinem anderen Buch über Carl Barks, wie etwa der Barks Libary, vergleichbar.

Es behandelt die Kunst dieses Genies pur und druckt nicht etwa seine Geschichten ab.

Die kennt Ihr alle schon - das wurde bisher ausreichend behandelt. Nein, diese Kunstbeleuchtung ist völlig neu, überwältigt den Leser, erschägt ihn, mit den besten Ausschnitten aus seinem epochalem Werk und eröffnet erstmals ganz andere Einblicke, die es nie zuvor in Buch- oder Filmform gab!

Der Autor sagt dazu: "Barks haben wir alle immer abgöttisch geliebt. Es wurde aber nie von irgend jemanden genau definiert - Warum eigentlich!" ( Und das hat er nun erstmals richtig nachgeholt.

Auf genau 224 umwerfenden Seiten! Im Buch der Bücher über Barks! Und das for ever and ever! )

Wenn ich das nicht selber lesen tät' dort, ich würd's nicht glauben, daß ein Verlag ein Buch mit diesen Worten bewirbt. drinking smiley

Wie auch immer, ich will den Band gar nicht schlechtreden, aber für 'nen Hunni glatt kaufe jedenfalls ich nicht die Katze im Sack. Was in dem Schinken eigentlich drin ist, bleibt auch in dieser schwülstigen Lobpreisung durchaus kryptisch.

Vielleicht kann einer der Katze-im-Sack-Käufer hier nach Empfang des Jahrtausendbuches ja berichten, ob ich richtigliege mit meiner Vermutung, daß es nicht mehr als Scans aus Mickymäusen von anno dunnemals sind ...



6-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.08.20 20:33.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: ju313 ()
Datum: 25. August 2020 20:35

Ja - 99 Euro sind eine Menge Geld. Ich habe bei meinem ebay-Kauf 88 bezahlt (genaugenommen kein Neukauf, aber nur einmal durchgeblättert laut Verkäufer) - aber das ist auch noch viel. Mich haben aber die Fotos angesprochen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das Buch mehr Freude bringt, als der Augenöffner mit vergleichbarem Preis (den ich zugegebenermaßen auch gekauft habe). Es ist auch ein Sammeltrieb dabei - man gönnt sich ja sonst nichts smiling smiley. Neue Erkenntnisse über Barks, die ich vorher nicht hatte oder kannte, erwarte ich nicht. Ich erwarte, dass das Buch gut gemacht ist, aber ich kann mir denken, dass der Preis zu hoch ist (liegt vielleicht auch an den Lizenzkosten).

Ich kann gerne nach Erhalt über meine Eindrücke berichten.

Mit donaldischen Grüßen



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.08.20 20:44.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 25. August 2020 21:08

> Wenn ich das nicht selber lesen tät' dort, ich würd's nicht glauben, daß ein Verlag ein Buch mit diesen Worten bewirbt.

Der Verlag ist wohl mehr oder weniger ein Selbstverlag. Wie es dazu kam, schildert der Autor auf der Heimseite in "Die Sprechblasen-Affäre" ausgiebigst. Ein klassischer Verlag wie der Cäcilien-Verlag mit Lektor, Buchhalter und PR-Abteilung steckt da nicht dahinter.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.08.20 21:09.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Fährmann ()
Datum: 25. August 2020 21:14

Quote
Der Sumpfgnom
Wird als Buch der Bücher angepriesen...

Was wohl der Ostsibire dazu sagen wird?

Ahoi.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 25. August 2020 21:21

Ich will wie gesagt den Band gar nicht schlechtreden. Eine Augenweide ist er sicherlich. Muß man halt wissen, ob man den Preis dafür zahlen mag.

Ich habe jetzt auf der Verlagsseite ein bißchen weiter runtergelesen. Abgesehen von all dem Lärm und Qualm um die Micky-Maus-Enzyklopädie muß ich kritisch anmerken, daß einiges, was da ausgeführt wird, irreführend oder schlicht falsch zu nennen ist. Da heißt es zum Beispiel zu einer Barks-Veröffentlichung in einem Heft aus dem Jahr 1958:

Quote

All dies beruhte auf dem Auswahlverfahren des jungen EHAPA-Verlags, da man zu Anfang jahrelang immer nur eine Carl Barks-Geschichte im Monat als 10seitige Start-Story veröffentlichen konnte. Die ehrenwerte Chefredakteurin, Frau Dr. Erika Fuchs, verließ sich bei ihrer Auswahl ganz auf ihr Bauchgefühl und auf ihren untrüglich-guten Geschmack.

Dennoch sind dadurch einige der frühsten Carl Barks-Geschichten vorübergehend in Vergessenheit geraten und den Verantwortlichen bei EHAPA erst 1958 wieder in die Hände gefallen. Dass diese Geschichten aus teilweise früheren Original-Quellen stammten, als die bei uns 1951 und 1952 erschienenen Storys, ist den meisten Lesern und Sammlern gar nicht richtig bewusst.

Auf der abgebildeten Buchseite aus der Micky-Maus-Enzyklopädie selbst ist zu lesen:

Quote

Da hatte Frau Dr. Erika Fuchs mal wieder ganze Arbeit geleistet und ganz tief in Walt Disney's Schatztruhe gegriffen.

Hier wird also behauptet, der Ehapa-Verlag oder sogar Frau Fuchs höchstpersönlich habe in den fünfziger Jahren das Material für die Hefte "ausgewählt". Man möge mich berichtigen, wenn ich jetzt Scheiß erzähle, aber soweit ich weiß, lief das Spielchen ganz anders: Frau Fuchs hockte brav in ihrem Kämmerlein in Schwarzenbach und hat übersetzt, was sie ins Haus bekam. In "Walt Disneys Schatztruhe" hat sie ganz bestimmt nicht gewühlt. Und auch in Stuttgart hat man – jedenfalls für die regulären Micky-Maus-Hefte – in den Anfangsjahren nichts selber ausgewählt, sondern den Kram aus Kopenhagen verzehrfertig auf den Tisch bekommen.

Das wird schon die Tatsache ersichtlich, daß in den fünfziger Jahren in Dänemark und Schweden in den dortigen Entsprechungen zur Micky Maus das gleiche Material parallel veröffentlicht wurde. Daß Herr Kabatek oder gar Frau Fuchs in Stapeln von amerikanischen Heftchen blätterten und es ihrer Auswahl oblag, was am Ende auch in Anders And und Kalle Anka landete – eine verstiegene Vorstellung!

Es scheint mir bei dieser Micky-Maus-Enzyklopädie durchaus kein Experte am Werk zu sein.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.08.20 21:22.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: ju313 ()
Datum: 25. August 2020 22:19

Erika Fuchs war immerhin Chefredakteurin. Im Buch Erika Fuchs Buch von Klaus Bohn heißt es auf Seite 139 (Interview mit ihr) auf die Frage nach ihrer Stellung als Chefredakteurin (die Kleinschreibung habe ich so übernommen):

Zitat Erika Fuchs: "ja (langgezogen) also wissen sie, irgendwie war ich das auch, am anfang war es ja auch so, daß ich sehr viel in stuttgart war und damals konnten wir ja auch noch die geschichten auswählen, als die erschienen, waren ja 1951 schon 23 jahre micky maus ins jahr gegangen ... so daß wir ein riesenmaterial hatten und eben wirklich redaktionelle arbeit machen konnten, uns die geschichten aussuchen, die uns gefielen und andere wieder zurückgeben und da war ich oft in kopenhagen und stuttgart und, ich mein, dann später, wie das dann guthenberghus immer mehr an sich gezogen hat, hab ich diese arbeit nicht mehr so gemacht ..."

Erika Fuchs hat also schon zeitweise Einfluss auf die Geschichten gehabt und ausgeübt.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 25. August 2020 22:35

Dann nehme ich das oben zurück. Da habe vielmehr ich mich als Nichtexperte entpuppt, indem ich eine Auswahl durch Frau Fuchs in der Ehapa-Frühzeit so völlig abstritt, wo sie gerade da noch auswählen konnte.

Zeitgleiche Parallelveröffentlichungen in den dänischen und schwedischen Heften, wie es sie 1958 bei dem älteren Barks-Bericht gab, um den es konkret geht, lassen allerdings als wahrscheinlich annehmen, daß in diesem Fall das Mutterschiff die Arbeit schon "an sich gezogen" hatte. Es wäre ein erstaunlicher Zufall, wenn man unabhängig voneinander in Kopenhagen wie in Stuttgart beim Wühlen in "Walt Disneys Schatztruhe" gerade diesen Altbarks herausgezogen hätte.

Es geht konkret um den von Barks 1945 erstellten Bericht Die großen Detektive, der 1958 in Dänemark, Schweden und Deutschland so ziemlich zur gleichen Zeit erschien: [inducks.org]



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.08.20 23:23.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 26. August 2020 07:34

Anders And & Co erschien seit 1949 monatlich in Dänemark. Da konnten die Ehapas ab 1951 natürlich in Egmont H. Petersens Schatztruhe wühlen. Wäre ja auch schön dumm gewesen, wenn sie sich nicht das beste Material herausgefischt hätten.

Umgekehrt erschien die Micky Maus im Jahr 1958 erstmalig wöchentlich, Anders And & Co hingegen immer noch vierzehntäglich. Da mussten die Deutschen sich die zusätzlichen Geschichten ja irgendwie zusammensuchen.

Inwieweit Doc Fuchs an dieser Wühlerei beteiligt war, weiß ich nicht, abgesehen von den spärlichen Informationen bei Bohn. Ich vermute aber generell, dass Ehapa in den Fünfzigern (fast?) nur Zugriff auf das dänische Material hatte.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.08.20 08:27.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 26. August 2020 09:06

... ab dem 31. Oktober 1957 erschien Fix und Foxi „als erste deutsche Bilderzeitschrift wöchentlich!“ (Wikipedia)

Ich nehme an, deshalb wurde die deutsche MM ab 1958 kurz entschlossen auf wöchentliches Erscheinen umgestellt. So viel Freiheit hatten die Stuttgarter. Irgendwie mussten sie dann die zusätzlichen Seiten füllen. Da gab es natürlich einiges auszuwählen und zusammenzustellen. Doch ich bezweifle, dass dabei die künstlerische Qualität (Barks!) eine große Rolle spielte.

Grunz!
Beppo

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 26. August 2020 17:18

Quote
Beppo
Ich nehme an, deshalb wurde die deutsche MM ab 1958 kurz entschlossen auf wöchentliches Erscheinen umgestellt. So viel Freiheit hatten die Stuttgarter. Irgendwie mussten sie dann die zusätzlichen Seiten füllen. Da gab es natürlich einiges auszuwählen und zusammenzustellen. Doch ich bezweifle, dass dabei die künstlerische Qualität (Barks!) eine große Rolle spielte.

Das Gebräu war ja in beiden Ländern das gleiche: Donald und Micky als Hauptzutaten, gewürzt mit Schweinchen, Klein-Adlerauge, Strolchi und mehr. Vielleicht ist das 1958 für das deutsche Heft zusätzlich benötigte Material kurzerhand in Kopenhagen zusammengestellt und den Stuttgartern fertig verabreicht worden – die womöglich ganz froh drüber waren. Arbeit ist am angenehmsten, wenn andere sie tun, das weiß nicht nur Donald.

In dem Zusammenhang noch was anderes: Bekanntlich waren die Sprechblasentexten in den Anfangsjahren der Micky Maus noch in GROSSBUCHSTABEN, irgendwann Mitte der fünfziger Jahre stellte man dann auf normale Groß- und Kleinschreibung um. Soweit ich erkennen kann, lief es in Dänemark ganz genauso: Die ersten Jahrgänge von Anders And zeigen noch Großbuchstaben (und zwar die gleichen KURSIVEN GROSSBUCHSTABEN wie die Micky Maus), von Mitte der fünfziger Jahre an ist dann alles in Groß- und Kleinbuchstaben, die auch nicht mehr kursiv laufen.

Es ist nicht zu kühn, davon auszugehen, daß die Entscheidung zur Umstellung in Kopenhagen fiel. Wahrscheinlich hat das Mutterschiff den gesamten Kram zusammen in Druck gegeben und auch Setzarbeiten, Farben und alles einheitlich erledigen lassen. Ein gleiches Lettering in allen Heften spart Kosten.

Für die deutschen Hefte war das Ablegen des Großbuchstaben-Zwangskorsetts eine glückliche Entscheidung. Deutsch ist mit der regelhaften Groß- und Kleinschreibung deutlich besser zu lesen, längere deutsche Texte nur in Großbuchstaben nerven. Der gleiche Text in Deutsch ist sowieso schon länger als etwa in Englisch, in Großbuchstaben läuft er dann noch mal länger. Dazu schafft erst die regelhafte Groß- und Kleinschreibung in vielen Fällen überhaupt erst Eindeutigkeit. Jeder kennt die (freilich etwas bemühten) Unsinnsbeispiele "DER GEFANGENE FLOH" und "HELFT DEN HUNGERNDEN VÖGELN". Dieser Text auf der Netzseite der Schweizer Orthographischen Konferenz bringt noch mehr Beispiele und Argumente, warum die hergebrachte Großschreibung der Hauptwörter im Deutschen sinnvoll und gut ist: [sok.ch]

Wahrscheinlich ist auch Dänisch mit Groß- und Kleinbuchstaben besser zu lesen als nur mit Großbuchstaben, wenn auch das Ganze wohl nicht ein solches Gewicht hat wie im Deutschen (die Großschreibung der Hauptwörter gleich dem Deutschen ist im Dänischen pünktlich zum Start von Anders And 1948 aufgegeben worden). Ich halt's drum nicht für unmöglich, ja, ich halte es sogar für sehr gut möglich, daß der Anstoß zur Umstellung tatsächlich von Deutschland kam, von Herrn Kabatek oder gar von Frau Fuchs: "He, Leute, alles easy, aber mit diesen Großbuchstaben haben wir echt Probleme, unsere Texte in die Sprechblasen zu quetschen, wäre supi, wenn man das anders machen könnte." Und Kopenhagen sah, daß es gut war.



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 26.08.20 17:43.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 26. August 2020 20:32

Ich muss vervollständigen: Das jeweilige Hauptdisneyheft in DK, S, N und D ist in jeweils so vielen Ausgaben erschienen:

....1956.1957.1958.Summe
DK:..26....27.....26.....79
S:....13....27.....26.....66
N:....13....26.....35.....74
D:....26....28.....51....105

FIN ist mir zu kompliziert.

Das Stammhaus war Gutenberghus(DK). Man sieht, dass das dänische Material auch für Schweden und Norwegen gereicht hat. Für Deutschland musste man Extrastoff herbeischaffen. Das hat aber bestimmt nicht die liebe Tante Erika in der oberfränkischen Kachelofenmanufaktur gemacht, das war Generalstabsarbeit im dänischen Hauptquartier.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
Datum: 26. August 2020 20:42

Quote
Beppo
... ab dem 31. Oktober 1957 erschien Fix und Foxi „als erste deutsche Bilderzeitschrift wöchentlich!“ (Wikipedia)

Na gut, die Piccolos unter anderem von Wäscher fallen vermutlich nicht wirklich unter die Definition "Bilderzeitschrift". Die gab´s aber schon deutlich früher wöchentlich. Der gute Hansrudi.

Duck auf, Alex

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 26. August 2020 21:01

Quote
Beppo
FIN ist mir zu kompliziert.

Apropos: Don Rosa hat mal erzählt, daß er bei seinen Sprechblasen immer eine Zusatzzeile für die Finnen eingebaut hat, weil Finnisch mehr Raum beansprucht als Englisch. Auch in Finnland ist im Aku-Ankka-Altertum alles in Großbuchstaben gedruckt worden: [www.antikvariaattimakedonia.fi] Der Wechsel zur Groß- und Kleinschreibung dürfte den Finnen ebenso Luft verschafft haben wie der lieben Tante Erika.

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
Datum: 27. August 2020 08:46

Quote
Fährmann

Wird als Buch der Bücher angepriesen...

Was wohl der Ostsibire dazu sagen wird?

Ahoi.

Der birgt sein kahles Haupt, selbiges schüttelnd, unter dem Kopfpolster ...

winking smiley

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Re: Neues Buch Carl Barks und seine große Kunst
geschrieben von: ju313 ()
Datum: 30. August 2020 14:12

Das Buch habe ich gestern erhalten - hier meine ersten Eindrücke:

Hermann Mencer: Carl Barks und seine grosse Kunst, C. Kuhlewind Verlag ComicSelection, ISBN 978-3981989496, 99 EUR, limitiert auf 500 Exemplare
Eigentlich Band IV der Micky Maus Enzyklopädie.
Im Buch steht "die Bildbandreihe ist direkt über den Verlag zu beziehen" - ob man das Buch über den Buchhandel bekommt, weiß ich nicht (ich habe es über ebay von einem Abonnenten der Enzyklopädie)
Format: 33,8 x 24,5 cm, also größer als DIN A4

Die Seiten sind auf glattem Papier im Vintage Stil (hellbeiger einfarbiger Hintergrund). Dargestellt wird alles auf gegenüberliegenden Doppelseiten mit 4-12 Panels aus der Micky Maus (außer auf den ersten Seiten, wo teilweise ganze MM-Seiten verkleinert abgebildet sind). Die Quellen werden genannt mit Angabe des MM Jahrganges und der Heftnummer sowie Angabe der Erstveröffentlichung im Original. Die Namen der Berichte / Geschichten werden nicht genannt - wäre meiner Meinung sinnvoller gewesen als immer "Walt Disney's Comics & Stories" auszuschreiben.

Es gibt nur die MM-Quelle (der Band ist ja auch im Rahmen der MM Enzyklopädie erschienen). Es gibt kein Literaturverzeichnis, keine Zitate aus anderen Quellen, keine Fußnoten. Umgekehrt wird man in der Regel das Buch nicht dazu heranziehen, etwas daraus zu zitieren - es ist halt ein liebevoll gestalteter Bildband. Die Texte sind kurz gehalten. Hier eine Seite, um einen Eindruck zu vermitteln:



Beispiel:
Auf jeweils 7 Doppelseiten wird das Thema "Von Beruf: erfolglos" behandelt (im Inhaltsverzeichnis steht: "Donalds Berufe - eine Never Ending Story"). Auf den Doppelseiten gibt es Panels aus seiner Berufs-Laufbahn (oft mehrere Bilder aus einem Bericht). Die erste Doppelseite endet mit der Feststellung "Die Liste seiner Berufe ist endlos und müsste einmal katalogisiert werden." Ich werde dem Autor mal meine Aufstellung (siehe Donaldist 158) zuschicken, damit er sieht, dass es das mittlerweile gibt.

Im einleitenden Teil heißt eine Doppelseite: "Wie Entenhausen erfunden wurde". Da steht, dass Erika Fuchs den Namen kreiert hat und die Stadt erstmalig am 1. Oktober 1952 in der MM Nr. 10 aktenkundig wurde (das ist WDC 138 "Der reichste Mann der Welt" - das Thema der 10. TV Konferenz). Das hat mich überrascht und ich habe es nachgeprüft. "Duckburg" wurde erstmalig in WDC 49 "Auf dem hohen Seil" erwähnt (Ortsschild). In der Übersetzung steht auf dem Ortsschild "Entenhausen", aber der Bericht erschien erst in MM 20/1968. In der Tat erschienen die meisten WDC Ausgaben mit Nummern kleiner als 138 in Deutschland später als 1952 (Ausnahme z.B. "Die Wette", aber da kommt der Name Entenhausen nicht vor). Es schien also zunächst plausibel.

Ich bin dann alle MM-Berichte, die vor 10/1952 erschienen sind, durchgegangen, ob Entenhausen erwähnt wird (die Zeitschrift erschien damals monatlich ab 1951 - in Frage kamen nur ca. 10-12 Barks-Berichte). Ergebnis: "Die Reisetaube" aus WDC 139 erschien im September 1952, also ieinen Monat vor WDC 138 in Deutschland. Dort steht im Textfeld "Entenhausen". Also ist MM 9/1952 die erste aktenkundige Erwähnung von Entenhausen - knapp vorbei ist auch vorbei. Falls ich etwas übersehen haben sollte und es gibt noch einen Bericht davor, dann bitte Info.



Weitere wahllose Beispiele aus dem Inhaltsverzeichnis:
Wenn Begeisterung sichtbar wird, Wenn höchste Eile geboten war, Wenn Enten Pläne schmieden, Der Ausdruck der Ratlosigkeit. Oder: Barks' geniale Nebendarsteller (mit dem Beispiel des uralten Boten mit Rückenproblemen). Es werden dazu passende Bilder gezeigt.

Fazit (meine persönliche Meinung):
Schön gemachter Bildband. Mehr sollte man nicht erwarten. Ich sehe nicht, dass ich neue Erkenntnisse gewinnen werde, aber das Durchblättern macht Freude. Der Kaufpreis ist meiner Meinung nach zu hoch (die Hälfte wäre angemessen). Ich gebe nur Informationen, keine Empfehlung - das muss jeder selbst entscheiden. Ich selbst bereue aber den Kauf nicht. Ich werde den Band auf unserem nächsten Stammtisch mal vorstellen.
Seien wir froh, dass der Name und das Werk von Carl Barks in liebevollen Veröffentlichungen lebendig bleibt.

Mit donaldischen Grüßen
Jörg



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 30.08.20 14:32.

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