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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 09. Mai 2020 16:22

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duck313fuchs
Falsch.
Die Bibel hat ihren Ursprung im Orient und ist deshalb in den dortigen Sprachen geschrieben. Für uns wurde sie übersetzt.
Donaldismus ist Barksismus-Fuchsismus, also das zeichnerische Werk von Barks und der Text von Frau Dr. Fuchs. Insoweit ist der Fuchstext das ORIGINAL und direkt die Übertragung der Welt von Entenhausen in unsere Welt und nicht eine irgendwie geartete Übersetzung von einem verbindlichen ursprünglichen Text.

Sehe ich ja auch so. Ich habe nur die erschütternden Folgen einer Rangerniedrigung Fuchsens kritisch wiedergegeben.

Fuchs ist für den "inneren Donaldismus" keine sekundäre "Übersetzerin" oder "Überträgerin", kann es gar nicht sein. Fuchsens Wort ist Ur wie Barksens Bild. Barks und Fuchs sind "Medien", "Götter", "Weltenschöpfer" gleichen Ranges und nicht der Barks Koch und die Fuchs Kellnerin. Anders hat die im deutschsprachigen Donaldismus betriebene Entenhausenforschung keinen Sinn, und die Fuchstextforschung wäre Literaturforschung wie die Lutherbibelforschung.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Der Sumpfgnom ()
Datum: 09. Mai 2020 16:26

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Coolwater

Was heißt es also für die donaldistische Forschung, wenn die Fuchs nur ein Luther oder Buber war?

Wir nennen uns ja Deutsche Organisation usw. Daher steht für uns natürlich der deutsche Text auf einer Ebene mit den Zeichnungen von Barks. Zu klären ist eher, welche Textfassung die "richtigere" ist.

Das heißt natürlich aber auch, dass der deutsche Donaldismus etwas völlig anderes ist als der skandinavische. Oder der amerikanische. Oder der timbuktische.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.05.20 16:27.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
Datum: 09. Mai 2020 16:32

Quote
Coolwater
Was heißt es also für die donaldistische Forschung, wenn die Fuchs nur ein Luther oder Buber war? Wer, was weiß ich, über Häuser oder Bäume oder Zähne oder Zungen im Anaversum forscht, wird doch dann zum englischen Urbarks greifen müssen. Wer über Häuser oder Bäume oder Zähne oder Zungen im Alten Testament und der in ihm abgebildeten geschichtlichen Welt wissenschaftlich forscht, greift ja auch nicht zum Luther oder Buber, sondern zu den Originaltexten.

"Nur" ein Luther oder ein Buber? Hm.
Ich denke, deren Leistung war es - es gibt noch ein paar andere in dem Kaliber, ich nenne zB Fridolin Stier - den SINN des Originales zu erfassen und in das ihnen eigene Medium - die deutsche Sprache - so zu übertragen, dass man plötzlich den Sinnzusammenhang zwischen dem eigenen Leben und dem Text entdecken kann.

Hätte ich nur die BHS oder die Vulgata, ich wäre völlig unberührt, behaupte ich mal. Die Leistung dieser Leute macht es erst für mich verständlich, dass da in diesen seltsamen Zeichen und Lauten etwas da ist, was mein Leben verändert.

Das ist, wohlgemerkt, nur eine Analogie. Meine persönliche Religiosität ist mir zu ernst, als sie hier als direkten Vergleich zu verwenden.
Aber: Wäre es nicht konsensfähig zu sagen, dass Barks inspiriert gezeichnet hat, aber es nicht zur vollen sprachlichen Entfaltung bringen konnte, und dass Fuchs inspiriert die volle Bedeutung der Zeichnungen erfasst hat - die Barks ja selbst bekanntlich gar nicht voll bewusst war - und diese sprachlich zur Entfaltung bringen konnte? Ebenfalls, ohne die volle Bedeutung ihres Tuns selbst zu erfassen (ebenfalls bekanntlich)?

Bei näherer Betrachtung sind wir möglicherweise gar nicht so weit auseinander. Vielleicht ist es bei mir eher der Begriff "Medium", der mir widerstrebt (der erinnert so an Spiritismus, und ich habe es eher mit Spiritualität)...

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
Datum: 09. Mai 2020 16:33

Quote
duck313fuchs
Falsch.
Die Bibel hat ihren Ursprung im Orient und ist deshalb in den dortigen Sprachen geschrieben. Für uns wurde sie übersetzt.
Donaldismus ist Barksismus-Fuchsismus, also das zeichnerische Werk von Barks und der Text von Frau Dr. Fuchs. Insoweit ist der Fuchstext das ORIGINAL und direkt die Übertragung der Welt von Entenhausen in unsere Welt und nicht eine irgendwie geartete Übersetzung von einem verbindlichen ursprünglichen Text.

Falsch.
Das gilt nur für das AT. Das NT ist in einer europäischen Schrift geschrieben, deren Zeichen, Grammatik und Syntax uns sehr nahestehen (Alt)griechisch.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Hr.Zeilinger ()
Datum: 09. Mai 2020 16:43

Dafür ein Beispiel:


aus: Die Ausreißer

Die Neffen sprechen über eine Situation. Einmal jedoch von Biologie, einmal von Geographie.

Was auch immer der Grund für diese unterschiedlichen Texte ist, der Sinn von Geographie zu sprechen ergibt sich aus dem Ende des Berichts, da Donald und die Neffen gemeinsam in der Schule im Geografieunterricht sitzen.

Selbstverständlich könnte Semmelbauch der Biologiepauker sein.

Das ist heute zu diskutieren.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: duck313fuchs ()
Datum: 09. Mai 2020 16:44

Für mich ist griechisch auch so unverständlich, dass es zum Verständnis
einer Übersetzung bedarf. Also habe ich kein Original.
Fuchs ist und bleibt als Text Original!

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 09. Mai 2020 17:05

Quote
Ostsibirischer Korjakenknacker
"Nur" ein Luther oder ein Buber? Hm.
Ich denke, deren Leistung war es - es gibt noch ein paar andere in dem Kaliber, ich nenne zB Fridolin Stier - den SINN des Originales zu erfassen und in das ihnen eigene Medium - die deutsche Sprache - so zu übertragen, dass man plötzlich den Sinnzusammenhang zwischen dem eigenen Leben und dem Text entdecken kann.

Hätte ich nur die BHS oder die Vulgata, ich wäre völlig unberührt, behaupte ich mal. Die Leistung dieser Leute macht es erst für mich verständlich, dass da in diesen seltsamen Zeichen und Lauten etwas da ist, was mein Leben verändert.

Das ändert aber nichts daran, daß für die theologische und geschichtswissenschaftliche Bibelforschung deutsche Übersetzungen nicht von Belang sind und es sie gar nicht zu geben brauchte. Klar: Daß eine deutsche Übersetzung vermag, einem aus unserer Zeit und unserem Weltteil, einem, der keine Silbe Hebräisch oder Griechisch weiß, so einem also die Bibel zu öffnen, das ist überhaupt nicht wenig – aber es ist eine ganz andere Sache. Der ernsthafte Bibelwissenschaftler arbeitet mit dem Urtext.

Was die Donaldisten in Skandinavien oder Timbuktu angeht, die den Barks in ihren heimischen Sprachen büffeln, muß ich natürlich so hochmütig wie folgerichtig erklären, daß sie tatsächlich nicht mehr als Literaturforschung betreiben – oder durch den Filter ihrer Übersetzungen Entenhausen jedenfalls nicht im Urtext erforschen. Aber vielleicht hat es seinen guten Grund, daß es "inneren Donaldismus", wie er im deutschsprachigen Raum mit Eifer betrieben wird, anderswo nur in Spurenelementen gibt. Da ist "Donaldismus" ja wirklich ganz bewußt, erklärt und feierlich Literaturforschung als Analyse eines "fiktionalen" Werkes des "Comiczeichners" Carl Barks.

Quote

Aber: Wäre es nicht konsensfähig zu sagen, dass Barks inspiriert gezeichnet hat, aber es nicht zur vollen sprachlichen Entfaltung bringen konnte, und dass Fuchs inspiriert die volle Bedeutung der Zeichnungen erfasst hat - die Barks ja selbst bekanntlich gar nicht voll bewusst war - und diese sprachlich zur Entfaltung bringen konnte? Ebenfalls, ohne die volle Bedeutung ihres Tuns selbst zu erfassen (ebenfalls bekanntlich)?

Das kommt meiner Forderung nach Ebenbürtigkeit Barksens und Fuchsens ohnehin recht nah – oder meint vielleicht gar das gleiche und ist nur anders gesagt, gesehen, gefühlt.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.05.20 18:22.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Donald ()
Datum: 09. Mai 2020 17:20

Weshalb aber konnte Barks, wenn er ja nur visuell empfing, dennoch in vielen Fällen zumindest sinngemäß den Text der Sprechblasen in Englisch wissen?

Frau Fuchs als Medium hätte ja direkt das Original empfangen - wenn auch manchmal mit Störungen, so daß es zu Fehlern kam, die mit Fuchs II oder III korrigiert werden mußten.
Aber woher wußte Onkel Carl den sprachlichen Inhalt, zumindest oft dem Sinn nach?
Selbst, wenn er Bruchstücke textlixh empfangen haben sollte... Er konnte doch wohl kein Wort Deutsch!?

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
Datum: 09. Mai 2020 18:43

Das ist ein spannendes Thema.

Es gibt eine mitunter direkt aggressive Auseinandersetzung zwischen zwei Ansätzen rund um den "linguistic turn":

Ansatz 1 (klassisch, würde ich so verfechten): Der Eindruck eines Erlebnisses ist primär und wird erst sekundär versprachlicht

Ansatz 2 (linguistisch (wird auch von vielen Dekonstruktionisten vertreten, halte ich für falsch)): Die Sprache ist primär; ohne Sprache gibt es kein Erleben, buchstäblich unsere ganze Existenz ist um Sprache herum aufgebaut (ich habe das um des Argumentes willen überspitzt).

Wenn, wie ich annehme, die erste Variante richtig ist, dann hat Barks keinen Text "gesehen", sondern ein primäres Erleben in einen ästhetischen Output übersetzt. Das kennen wir eh aus unserem eigenen Alltag: Wenn uns jemand auf die Hühneraugen tritt, kommt zuerst der unmittelbare Eindruck, und wir versuchen ihn sekundär in Worte zu fassen, die es aber nur ungenügend gibt (gilt auch für das Gegenteil, also extrem positive Empfindungen).

D.h. Barks "empfindet" etwas (ist "inspiriert") und verleiht dem mit seinen Mitteln den bestmöglichen Ausdruck. Fuchs sieht den Ausdruck von Barks, erfährt angesichts dessen eine Inspiration und lässt den Ausdruck dieser Inspiration in das Werk einfließen.
Beides zusammen ergibt das Gesamtwerk.

Die Zauberflöte ist ja auch nicht nur super, weil sie von Mozart ist - auch die Texte tragen zum Gesamtwerk bei, und die sind von Schikaneder. Dort ist es so gelaufen: Schikaneder kommt mit dem Textbuch zu Mozart und der hat aufgrund dessen die Inspiration zur Musik.

------------------------
Grkztrrrschwrzkajaaaa!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.05.20 18:43.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 12. Mai 2020 10:12

> Erika Fuchs war kein Medium, sie war Übersetzerin. Was keineswegs heißt: "nur" Übersetzerin.

Was stellt ihr euch unter einer Übersetzerin vor? So eine Tussi, die im finstersten Oberfranken im Homeoffice von einer indoeuropäischen Sprache in eine andere übersetzt?

Wir wissen so wenig. Welche Sprache spricht man in Entenhausen und auch sonst oft im Anaversum? Amerikanisches Englisch? Oder etwas ganz anderes? Vielleicht so etwas wie Klingonisch? Dann wären Barks und Fuchs vergleichbare "Übersetzer" in ihr Heimatidiom. Fuchs kam nach Barks, konnte also noch mit seiner Version abgleichen.

Der Herr Rawcuss Yellowpress bei Barks heißt bei Fuchs Balthasar Brandbichl. Wie heißt er in Entenhausen? Vielleicht K'mpeg oder sonst etwas Unverständliches?

Nehmen wir mal das Chinesische. Das ist immerhin noch eine von Homo sapiens geschaffene Sprache, sollte dem Deutschen also deutlich mehr ähneln als das Entenhausenerische von Quackus sapiens.

Frederick Pohl hat das mal am Beispiel seiner Kurzgeschichte "The Wizards of Pung's Corner" von 1959 vorgeführt. Fünfundzwanzig Jahre später hat ihm ein gewisser Gwynplaine Macintyre die chinesische Version ins Englische zurückübersetzt. Dabei ist wesentlich, dass Macintyre das englische Original nicht im Geringsten kannte. Seine Version heißt "The Wizzard-Masters of Peng-Shi Angle". In einer Einleitung und in 88 Fußnoten beschreibt Macintyre, was er genau gemacht hat und geht dabei auch generell auf die Unterschiede zwischen dem Chinesischen und dem Englischen ein.

Das alles ist eine komplizierte Angelegenheit und man muss das selber lesen. Der Unterschied zwischen Deutsch und dem Entenhausenerischen dürfte aber noch wesentlich größer als der Unterschied zwischen Englisch und Chinesisch sein.

Mein Eindruck ist, dass die Wahrheit wohl irgendwo zwischen dem Ansatz 1 und dem Ansatz 2 unseres sibirischen Vogels liegt.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.05.20 10:20.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 12. Mai 2020 13:08

Quote
Beppo
Nehmen wir mal das Chinesische. Das ist immerhin noch eine von Homo sapiens geschaffene Sprache, sollte dem Deutschen also deutlich mehr ähneln als das Entenhausenerische von Quackus sapiens.

Baukunst, Kleidung, Möbel, die Formgestaltung von Automobilen und Alltagsgegenständen – alles sieht aus in Entenhausen wie in der nordamerikanisch-europäischen Welt bei uns Mitte des 20. Jahrhunderts und nicht etwa wie bei den alten Chinesen oder bei den fernen Klingonen oder wieder ganz anders. Man kennt in Entenhausen Cowboys, Ritter, Hexen, die auf Besen reiten, und den Napoleon, und man feiert Feste wie bei uns, mit Brauchtum, wie wir's haben (geschmückter Tannenbaum, bemalte Eier). – Die "Welt" der Ducks ist der unsern sehr, sehr ähnlich. Auf einem fernen Planeten fühle ich mich beim Quellenstudium jedenfalls nicht.

Warum also jetzt plötzlich der Einfall, daß die Entenhausener eine ganz andere Sprache haben müßten als unser Deutsch? Nee, da huldige ich lieber dem Wunder der Parallelwelt und erkenne erschüttert, daß uns die medialen Kanäle Barksens und Fuchsens in ihrem letzten Geheimnis wohl unergründlich bleiben werden. Und das einzige, was ich mich frage, ist, ob es lupenreines "hannoversches" Hochdeutsch ist, was man in der Anderswelt spricht – von einer eigentümlichen Entenhausener Mundart merke ich in der Fuchsüberlieferung jedenfalls nix.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 12. Mai 2020 14:10

> Warum also jetzt plötzlich der Einfall, daß die Entenhausener eine ganz andere Sprache haben müßten als unser Deutsch?

Dann wäre also Barks der "Übersetzer"?

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 12. Mai 2020 14:18

> Man kennt in Entenhausen Cowboys, Ritter, Hexen, die auf Besen reiten, und den Napoleon, und man feiert Feste wie bei uns, mit Brauchtum, wie wir's haben (geschmückter Tannenbaum, bemalte Eier).

Das könnte doch so eine Art Cargo Cult sein. Eine Zivilisation imitiert die andere.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Der Sumpfgnom ()
Datum: 12. Mai 2020 14:23

Quote
Coolwater
Und das einzige, was ich mich frage, ist, ob es lupenreines "hannoversches" Hochdeutsch ist, was man in der Anderswelt spricht – von einer eigentümlichen Entenhausener Mundart merke ich in der Fuchsüberlieferung jedenfalls nix.

Mal abgesehen von Donalds Nachbarn, dem Gockl, narrischen. Dem Batzi, damischen. Dem Drecklackl, ausgschamten. spinning smiley sticking its tongue out

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Coolwater ()
Datum: 12. Mai 2020 15:54

Quote
Beppo
Das könnte doch so eine Art Cargo Cult sein. Eine Zivilisation imitiert die andere.

Wenn die Entenhausener irgendwie von uns Kunde haben und unseren Lebensstil kopieren – Brauchtum, Baukunst, alles –, dann liegt es doch nahe, daß sie das auch mit unserer Sprache tun. Und dann sind wir wieder da, wo wir am Anfang waren, nämlich im guten alten deutschsprachigen Entenhausen der Fuchsüberlieferung.

Barks der Übersetzer? Möglich; doch dunkel bleibt's, wie es um die Realqualität des englischen Barkstextes steht. Am Ende gibt es ein Paralleluniversum zum Paralleluniversum, aus dem Barks seinen Text empfing.

Quote
Sumpfgnom
Mal abgesehen von Donalds Nachbarn, dem Gockl, narrischen. Dem Batzi, damischen. Dem Drecklackl, ausgschamten.

Die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Des Nachbarn Rede findet Donald ja ausgefallen, und die Mundart des Menschen, der "aus Bayern kommt", hat die Fuchs auch klar also solche markiert. Was im Umkehrschluß heißt, daß Donald und all die anderen Entenhausener, die wir "Schriftdeutsch" sprechen sehen (ja, wir sehen sie nur sprechen und hören sie leider nicht), sich einer Mundart zumindest nicht wahrnehmbar bedienen, sonst hätt's die Fuchs ja ausgezeichnet wie das Bairisch des Gockls.

Denkbar allerdings, daß das Deutsch der Entenhausener eine mehr-minder feine Klangfärbung hat, gleich dem eines Bayern, Hessen oder Österreichers, der gepflegt "Schriftdeutsch" zu sprechen versteht, dem man aber trotzdem die Herkunft noch anhört. In diesem Fall wäre die Frage, ob das Entenhausener Deutsch zum Beispiel schweizerisch, sächsisch oder ostpreußisch gefärbt ist oder aber eine Klangfärbung aufweist, die keiner deutschen Mundart in unserer Welt gleichkommt. Zumindest eine bairisch-österreichisch Färbung des Entenhausener Deutsch scheidet aber meines Erachtens auf jeden Fall aus – sonst tät' Donald die Redeweise beim Nachbarn nicht als so vergnüglich fremd empfinden.

Solange wir – wie so oft – nix Genaues nicht wissen, gehe ich indes vernünftigerweise davon aus, daß es auf Entenhausens Straßen eher tönt wie in Hannover denn wie in Zürich, Dresden oder einst in Königsberg.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.05.20 16:04.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Theodora Tuschel ()
Datum: 12. Mai 2020 18:50

Hallo Coolwater! Was mich ärgert, ist der Begriff "Rangerniedrigung" für Frau Fuchs als Übersetzerin. Hier schwingt die weit verbreitete Missachtung der Leistung von Übersetzern mit. Selbst in unserer Welt sind Übersetzer literarischer Werke nicht rangniedriger als der Autor. Sogar rein rechtlich nicht: das Copyright an einem übersetzten Goethe-Text hat nicht Goethe, sondern die kubistanische Übersetzerin. Es ist ja ihr Text, nicht Goethes. (Vorausgesetzt, in Kubistan gilt das deutsche Copyright.) Das ist aber sekundär.

Speziell bei Erika Fuchs ist ihre Leistung, wenn wir streng donaldistisch argumentieren, mehr zu preisen als die von Barks. Wir sehen Carl Barks als Berichterstatter, der im wesentlichen ohne eigene Beigaben wie ein Reporter aus dem Anaversum berichtet, gleichsam ein willenloses Werkzeug Entenhausens. Dem gegenüber ist die Leistung von Erika Fuchs deutlich höher anzusiedeln: Die Übersetzerin dringt so tief in diese Berichte ein (Bilderzählung + amerikanische Sprache), dass sie in der Lage ist, für deutschsprachige Leser etwas Neues daraus zu formen, das für uns Donaldisten genauso richtig ist wie die Überlieferung durch Barks.

Im Grunde liegen die Beiträge in diesem Faden gar nicht so weit auseinander. Es geht mehr um Worte und wie sie verstanden werden: "Medium" ist mir zu spiritistisch und auch zu simpel, "Übersetzerin" ist für andere zu banal und abwertend. Mit beidem ist vermutlich etwas ganz ähnliches gemeint. (Das Grundproblem des Übersetzens: nicht das Wort ist zu übersetzen, sondern das, was damit gemeint ist.)

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 12. Mai 2020 22:18

Eine Übersetzerin aus dem Spanischen macht quantitativ etwas ganz anderes als eine Übersetzerin aus dem Kubistanischen. Ein Schäfer ist ja auch kein Imker, selbst wenn es Ähnlichkeiten gibt. Der Begriff "Übersetzerin" ist inhaltsarm.

Wir wissen nur wenig über Entenhausen. Ulrike Meyfarth, die keine Hummeln verschlingt, könnte die Olympiasiegerin von 1972 sein. Es könnte sich aber auch um einen Vogel handeln, der sich nur als Homage diesen Namen zugelegt hat. Analoges gilt für Ernst Horst mit den lieben Festtagsgrüßen. Entenhausen existiert irgendwo im Raum-Zeit-Kontinuum. Da sind wir uns alle einig. Sonst wären wir nicht hier.

Wenn Erika Fuchs zugegeben hätte, dass sie in Wirklichkeit ein Medium ist, dann wären sofort die Männer mit den weißen Turnschuhen gekommen und hätten sie in ein Haus voller Zwangsjacken und Handschellen verbracht. Sie musste ihre Arbeit heimlich verrichten.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.05.20 05:32.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 13. Mai 2020 07:58

> Speziell bei Erika Fuchs ist ihre Leistung, ..., mehr zu preisen als die von Barks.

Da stimme ich dir zu, aber aus anderen Gründen. Die SZ hat einen Korrespondenten in New York, Le Monde auch. Da ist es doch klar, dass einer von beiden mehr Talent für seine Aufgabe hat als der andere. Dabei verwende ich meine persönlichen subjektiven Maßstäbe. Und mit der Leistung von Herrn Direpol, der diesen Job früher mal ausgeübt hat, kann ich auch vergleichen. Andere kommen da vielleicht zu einem anderen Ergebnis.

Ramanujan war ein bedeutenderer Mathematiker als Lindemann. Ich bin mir sicher, dass mir 99,9 % aller Mathematiker da beipflichten würden, auch wenn man gar nicht präzise formulieren kann, was "bedeutend" überhaupt heißen soll.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.05.20 08:02.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Der Sumpfgnom ()
Datum: 13. Mai 2020 09:35

Vielleicht lassen wir Frau Fuchs doch selbst antworten, soll heißen, werfen wir mal einen Blick in das Erika Fuchs Buch von Klaus Bohn:

Seite 51: "Da es erstens ein sehr gutbezahlter Job war und mir die Übersetzung auch Spaß gemacht hat, bin ich dabei geblieben. (...)"

Seite 61: "(...) Man muß es eben so übersetzten, daß der Leser hier dasselbe Vergnügen daran hat wie in Amerika und das bedeutet eben frei übersetzen. (...) Man muß als Übersetzer besonders gut Deutsch können. Die Fremdsprache ist gar nicht so wichtig."

Damit ist der Fall doch wohl geklärt.

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Re: Fuchs Zitat getreulich erledigt
geschrieben von: Beppo ()
Datum: 13. Mai 2020 11:03

"Da es erstens ein sehr gutbezahlter Job war und mir ... auch Spaß gemacht hat, bin ich dabei geblieben."

Das hätten Homer und Shakespeare vermutlich auch so gesagt.

Grunz!
Beppo

Ein Kojote ist und bleibt ein Hühnerdieb!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.05.20 11:03.

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