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Stimmt es, ...
geschrieben von: paTrick ()
Datum: 08. November 2003 22:46

Stimmt es das Dagobert Duck ein Seidendeckchen mit folgendem Spruch an
der Wand hängen hat?

"Mir hat auch niemand gesagt, wie man Kapitalist wird?"

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Kapitalist
geschrieben von: Das Schwarze Phantom ()
Datum: 08. November 2003 23:00

Nie von einem Seidendeckchen gehört! Den Spruch kenne ich vielmehr aus einer Denkblase Dagoberts, während er im Hubschrauber sitzt (s. MM 23/68, S.37).


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Re: Stimmt es, ...
geschrieben von: paTrick ()
Datum: 09. November 2003 00:33


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Tabubruch
geschrieben von: Rudi der Klempner ()
Datum: 10. November 2003 13:58

Der Artikel, zu dem du uns hier verlinkst, beginnt mit einem Zitat Dagoberts: "Wer Geld ausgibt, weiß nichts von den wahren Freuden eines Kapitalisten."

Das verleitet mich zu einem Tabubruch, der dazu führen kann, dass ich hier im hohen Bogen raus fliege. Trotzdem, wir leben in einer meinungsfreien Gesellschaft, also: Müssen wir uns Dagobert als einen im Freudschen Sinne "anal hortenden Charakter" vorstellen? Ist diese Frage schon mal untersucht worden?

Trotz der Ungeheuerlichkeit freut Rudi sich auf Diskussion... Letztlich finde ich den Punkt jedenfalls durchaus donaldistisch.

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Kein Tabubruch, aber...
geschrieben von: Daune ()
Datum: 10. November 2003 17:45

Weshalb solltest Du deswegen rausfliegen? Höchstens, weil der Gedanke ZU naheliegend ist und sicher jeder, der Freud und Duck kennt, bereits auf diese Idee gekommen ist. Ich finde aber, daß uns diese Idee nicht weiter bringt; wir können diese Möglichkeit nur feststellen. Da wir Dagobert aber vermutlich nicht auf die Couch bekommen werden, ist sie nicht verifizierbar.
Daune

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Re: Tabubruch
geschrieben von: Jens ()
Datum: 10. November 2003 21:41

Weniger der Freud'sche anal fixierte Charakter als vielmehr der Fetischist scheint mir hier das adäquate Modell zu sein: Sei es der "errigierte Pürzel" (Grobian Gans), mit dem sich Dagobert im Geld wälzt, sei es die "ausweichende Antwort" ["Ähem, darüber möchte ich nicht sprechen."] auf die Frage eines Arztes, ob er sich in Geld wälze; vieles scheint dafür zu sprechen, dass Geld für Dagobert Sexus schlechthin ist, von der sinnlichen Friktion beim Bade bis zum sublimierten Akt des puren Denkens an Geld, ein Denken, das stets orgasmoide Reaktionen auslöst.

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Re: Tabubruch
geschrieben von: Rudi der Klempner ()
Datum: 12. November 2003 14:23

An die Szene beim Arzt kann ich mich auch erinnern, und es war offensichtlich, dass das Bertel ausserordentlich peinlich war. Damals habe ich mir nichts dabei gedacht - ist doch klar, dass er das nicht gerne zugibt, dachte ich nur. Aber warum eigentlich? Jeder hat seine Eigenheiten... Sicher, kaum einer hat so viel Geld, dass er dieses Verhalten nachvollziehen könnte, aber die wenigen, die wirklich darin schwimmen könnten, würden den Teufel tun; das macht eben nur unser Dagi.

Vielleicht spielt der sexuelle Aspekt wirklich eine Rolle. Auf keinen Fall ist hier die Liebe zum Geld im Allgemeinen von ausschließlicher Bedeutung; vielmehr hat Dagobert zu einzelnen Geldstücken eine besondere Beziehung, verbindet damit oft eine besondere Geschichte. Ein Umtausch dieser Münzen zu einem adäquaten oder sogar einem überadäquaten Gegenwert würde ihn schwer treffen. Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr verwirrt mich das Ganze...

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Re: Tabubruch
geschrieben von: Jens ()
Datum: 12. November 2003 17:38

Barks/Fuchs arbeiteten in gewisser Weise ähnlich subtil wie z.B. Wilder/Diamond, die ja auch stets von der strengen amerikanischen Sitten-Zensur überwacht wurden und Eros nur verschlüsselt durch ein Hintertürchen einlassen konnten.
Dass Dagobert seine ganz besonders geliebten (Gold-)Fetische hat, nimmt nicht Wunder: Er ähnelt jenem Fetischisten, der einen bestimmten "Lieblingsfrauenschuh" vergöttert.
Und wie die Meisterregisseure die Zensur intelligent zu überlisten verstanden, vermochten es Barks und Fuchs sogar, sexuelle Perversion als kindlich harmloses Spiel zu tarnen, und man fühlt sich an Karl Kraus' herrliches Bonmot erinnert, wonach Satire, die der Zensor versteht, zu Recht verboten gehört...

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Kinder
Datum: 12. November 2003 21:24

Sind nicht die Münzen in Dagoberts Speicher sozusagen seine Kinder? Er hat zu allen Münzen, die sich dort befinden, ein besonderes Verhältnis dergestalt, daß er weiß, wo er jede einzelne von ihnen verdient hat. Der berühmte Barks-Forscher Don Rosa hat das unlängst auch in einer Geschichte herausgearbeitet, in der ein Tag im Leben einer von Dagoberts Münzen geschildert wird (in Band 26 seiner Onkel Dagobert Reihe).

Möchtet ihr wirklich jemandem niedere Triebe unterstellen, der seine (sehr zahlreich vorhandenen) "Kinder" von Herzen liebt und mit ihnen spielt und sich nicht von ihnen trennen will?

Machen wir uns nichts vor: Wieviele Donaldisten würden in Barks-Berichten baden, wenn das möglich wäre? Na? Eben, ich auch.
Aber das ist ja nicht möglich.

Bertel ist ja auch einer von ganz wenigen, die diesen Kniff überhaupt beherrschen, mir fällt spontan nur noch Mac Moneysac ein.



Duck auf
Alex

Ich bin ein Ukrainer (sehr frei nach John F. Kennedy)

Ungläubiger
Kenntnisnehmer
Russischer
Aggressionen
In
Nahegelegenen
Europäischen
Regionen

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Re: Kinder
geschrieben von: Jens ()
Datum: 13. November 2003 08:26

Mhm, der lüsterne Gesichtsausdruck, den Dagobert regelmäßig bekommt, wenn von Geld die Rede ist, ließe die "alle meine Kinder-Hypothese" in einem fragwürdigen, wenn nicht viel perverseren Licht erscheinen.
Provokant füge ich noch hinzu, dass mir Verfechter dieser "sauberen Lösung" Opfer ihrer eigenen Spießbürgerlichkeit zu sein scheinen. Nehmen wir zum Beispiel "Wiedersehen mit Klondyke": Dagobert verfällt auf dem Schiff *scheinbar* einer sentimentalen Anwandlung, wenn er von der "schönen Nelly" spricht; plötzlich aber: "Ein Mann wie ich kriegt leuchtende Augen, wenn er von Geld spricht.[...]" Sein Gesichtsausdruck will gar nicht zu einem "liebenden Vater" passen, aber auch nicht zu einem kühlen Kapitalisten; nein, so sieht ein Fetischist aus, der gierig nach einem neuen Lustobjekt schnappt.

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Hurra, Spießbürger!
Datum: 14. November 2003 13:54

Jens hat geschrieben:

> Mhm, der lüsterne Gesichtsausdruck, den Dagobert regelmäßig
> bekommt, wenn von Geld die Rede ist, ließe die "alle meine
> Kinder-Hypothese" in einem fragwürdigen, wenn nicht viel
> perverseren Licht erscheinen.

Warum muß ich jetzt an Woody Allen denken?

> Provokant füge ich noch hinzu, dass mir Verfechter dieser
> "sauberen Lösung" Opfer ihrer eigenen Spießbürgerlichkeit zu
> sein scheinen. Nehmen wir zum Beispiel "Wiedersehen mit
> Klondyke": Dagobert verfällt auf dem Schiff *scheinbar* einer
> sentimentalen Anwandlung, wenn er von der "schönen Nelly"
> spricht; plötzlich aber: "Ein Mann wie ich kriegt leuchtende
> Augen, wenn er von Geld spricht.[...]" Sein Gesichtsausdruck
> will gar nicht zu einem "liebenden Vater" passen, aber auch
> nicht zu einem kühlen Kapitalisten; nein, so sieht ein
> Fetischist aus, der gierig nach einem neuen Lustobjekt
> schnappt.

Ich hege ja die Hoffnung, daß Dagobert hier, und nur hier, die Liebe (oder zumindest starke Zuneigung) und das Geschäft unter einen Hut zu bringen versteht. Die Kombination aus der einzigen (menschlichen) Liebe seines Lebens und seinem Lebensinhalt sollte wohl ausreichend Anlaß geben für seinen, zugegebenermaßen, ungewohnt gierigen Gesichtsausdruck. Ich glaube, so versessen war er nicht mal auf den Stein der Weisen, ohne diese Geschichte jetzt zur Hand zu haben und es überprüfen zu können. Die Kombination macht´s.



Duck auf
Alex

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